18. Ratschlag Thüringen in Erfurt GEGEN Antisemitismus, Rassismus, Nationalismus und Diskriminierung

Bitte die Diskriminierung der Flüchtlinge nicht dulden. Hier unterstützen!

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18. antirassistischen/ antifaschistischen Ratschlag in Erfurt

In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 brannten im ganzen Deutschen Reich die Syn-agogen und jüdische Geschäfte wurden verwüstet. Mehr als 30.000 jüdische Männer wurden verhaftet und gedemütigt, rund 1.400 Menschen starben an den Folgen der antisemitischen Gewalt.
Auch 70 Jahre nach der Reichspogromnacht werden in Deutschland jüdische Friedhöfe ge-schändet, werden Menschen Opfer rechter Straßengewalt.

Zum Beispiel Erfurt

Rechtsextreme Aktivitäten haben in den vergangenen Jahren in Erfurt zugenommen. Immer offener und immer öfter präsentieren sich Neonazis im Stadtbild. Sie verteilen Flugblätter und führen Infostände oder Kundgebungen durch. Damit versuchen sie auch, sich an lokale Themen anzuhängen. Ob es um die Errichtung eines Wachhäuschens vor der Staatskanzlei ging oder das Sammeln von Unterschriften für das Volksbegehren "Mehr Demokratie in Thü-ringen": Neonazis wollen sich den Anschein einer "demokratischen Kraft" geben.
Die Kehrseite der rechten Biedermänner ist die Zunahme rechter Straßengewalt. Insbeson-dere Migrantinnen und Migranten sowie linke Jugendliche werden immer häufiger in der Öf-fentlichkeit beleidigt oder tätlich angegriffen. Das Jugendbüro Redroxx wurde bereits mehr-mals attackiert. Die rechtsextremen Aktivitäten gehen jedoch über die engere Neonaziszene hinaus und sind salonfähig. Beim Spiel des Rot-Weiß Erfurt gegen den FC Carl Zeiß Jena erklangen "Juden Jena"-Sprechchöre, auf der Tribüne hingen unbehelligt schwulenfeindliche Transparente. Einige Wochen vorher hatten rund 25 rechtsextreme Hooligans der Erfurter Gruppe KEF (Kategorie Erfurt) an der Krämerbrücke Punks und alternative Jugendliche überfallen.

Zusammen sind wir stark

Doch überall in Thüringen gibt es Menschen, die sich den Zuständen entgegenstellen: Bunt, kreativ, vielfältig und mit Erfolg.
  • Der "Zug der Erinnerung" machte in fünf Thüringer Städten halt. Gegen Widerstände bei der Deutschen Bahn AG im Vorfeld informierten sich viele Tausend Menschen über das Schicksal jüdischer Kinder, die in die nationalsozialistischen Vernichtungslager deportiert wurden. Vor Ort organisierten breite Bündnisse eine Vielzahl von Veranstaltungen und recherchierten lokale Lebensläufe jüdischer Kinder.
  • Ende Februar 2008 drang erstmals der Widerstand gegen die unmenschlichen Bedin-gungen im Flüchtlingslager Katzhütte an die Öffentlichkeit. Die dort lebenden Flüchtlinge zeigten die katastrophalen Zustände auf und wandten sich mit der Bitte um Solidarität an die Öffentlichkeit. Seitdem kämpfen die Betroffenen gemeinsam mit Unterstützungsorga-nisationen für die Schließung der abgelegenen Gemeinschaftsunterkunft und für eine menschenwürdige Unterbringung.
  • Am 8.Mai 2008 sollte Peter Krause zum Thüringer Kultusminister ernannt werden. Ein breites gesellschaftliches Bündnis machte jedoch deutlich, dass es einen ehemaligen Mitarbeiter der rechtskonservativen "Jungen Freiheit" nicht akzeptieren würde. Der Kan-didat verzichtete auf sein Amt.
  • Als Reaktion auf einen Brandanschlag auf eine von linken Jugendlichen als Treffpunkt genutzte Garage in Langewiesen organisierten die Betroffenen am 21. Juni ein Straßen-fest und eine antifaschistische Demonstration. Mehrere Hundert Menschen nahmen teil, um zu zeigen, dass sie sich rechtsextremen Umtrieben entgegenstellen.
  • Für den 13.09. war in Jena das 3. Fest der Völker, eine europaweite Veranstaltung der extremen Rechten, geplant. Doch das breite Jenaer Aktionsbündnis gegen Rechts hat es geschafft, dass die Veranstalter nach Altenburg auswichen, wo sich zahlreicher Wider-stand regte.

An diese positiven Beispiele wollen wir anknüpfen. Wir wollen uns gemeinsam austauschen und diskutieren, uns informieren und vernetzen, die Erinnerung an die Vergangenheit mit der Analyse der Gegenwart verbinden.

Deshalb laden wir alle Menschen, die sich gegen Rassismus und Antisemitismus, gegen Diskriminierung und Geschichtsrevisionismus engagieren, am 7. und 8. November 2008 herzlich ein zum

18. antirassistischen/ antifaschistischen Ratschlag in Erfurt

V.i.S.d.P.: Rolf Düber c/o DGB Thüringen, Warsbergstraße 1, 99092 Erfurt.
Veranstaltet durch LAG AntiRa/AntiFa Thüringen in Kooperation mit AG 17; AG gegen Rechtsextremismus beim Bürgertisch Demokratie der Stadt Erfurt; Aktionsbündnis gegen Rechts Gotha; Antifaschistische Koordination Erfurt [AKE]; Ausländerbeirat der Stadt Erfurt; Besetztes Haus Erfurt; BI gegen Billiglohn - Für Gleichbehandlung; Bildungskollektiv e.V. (BIKO); Bündnis 90/Die Grünen; Bürgerbüro Frank Spieth; Couragiertes Erfurt; Deutsch-Israelische Gesellschaft; DGB-Bildungswerk Thüringen e.V.; DGB Jugend Erfurt; DGB Jugend Thüringen; DGB Thüringen; DIE LINKE; Flüchtlingsrat Thüringen e.V.; GewerkschafterInnen gegen Rechts; Freie ArbeiterInnen Union Südthüringen; IG Metall; JAPS Jugendaktions- und Projektwerkstatt; JUSOS Thüringen; Landesarbeitsgemeinschaft Antifaschismus/Antirassismus; Landtagsfraktion DIE LINKE; MOBIT e.V.; Offene Arbeit Erfurt; Offenes Jugendbüro Redroxx; Soziokulturelles Zentrum Gerberstraße, Weimar; StuRa der Fachhochschule Erfurt; TVVdN/BdA; ver.di Bezirk Mittel-/Nordthüringen; Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen; Radio F.R.E.I.; Pröpstin Elfriede Begrich; Europabüro Gabi Zimmer; Jüdische Landesgemeinde Thüringen; Naturfreunde Jugend Thüringen; Landesjugendwerk der AWO Thüringen; Amadeo-Antonio-Stiftung; SPD; Oberbürgermeister Andreas Bausewein; Bürgermeisterin Tamara Thierbach

18. Thüringer Ratschlag in ERFURT
7. Nov. 19 H, von Alte Synagoge, Waagegasse 8, zum Besetztes Haus, Rudolstädter Str. 1: MAHNGANG
8. Nov. 9:30 H, von Synagoge, Juri-Gagarin-Ring 16, zum 18. Ratschlag, Altonaer Str. 25: DEMO

8. Nov. 11:30 H, Fachhochschule, 18. RATSCHLAG WORKSHOPS:

  • Workshop 1: Die Zerschlagung der Gewerkschaften am 2. Mai 1933. Gewerkschaften vor 1933 und was man hätte besser machen können

  • Workshop 2: Topf und Söhne: Vergangenheit, - Gegenwart - Zukunft

  • Workshop 3: Flüchtlinge in Thüringen: Lebenssituation, Selbstorganisation, Integration

  • Workshop 4: Kommunalpolitischer Ratschlag: Handlungsempfehlungen für die Kommunalwahl 2009

  • Workshop 5: Rechtsextremismus in Gewerkschaft und Gesellschaft

  • Workshop 6: Arbeitstitel: Autoritärer Staat und fiese Tricks der Polizei - wie kann Mensch sich dagegen wehren?

  • Workshop 7: “Europa der Vaterländer“ vs. ”Vaterland Europa"?

  • Workshop 8: Handlungsstrategien gegen Rechts: Die Antifaschistische Koordination Erfurt

  • Workshop 9: Versteckspiel - Zeichen und Symbole der rechtsextremen Szene

  • Workshop 10: Nazis in Nadelstreifen

  • Workshop 11: Homo Sacer und „Die Zigeuner“. Antiziganismus. Überlegungen zu einer wesentlichen und deshalb „vergessenen“ Variante des Rassismus im Kapitalismus

  • Workshop 12: Weißsein in Deutschland

  • Workshop 13: Rechtsextremismus in Europa

  • Workshop 14: Rechte Kapitalismuskritik

Workskops/Themen:

Workshop 1: Die Zerschlagung der Gewerkschaften am 2. Mai 1933 - Gewerkschaften vor 1933 und was man hätte besser machen können
Referent: Dirk Erb, IG Metall

Morgens 10 Uhr in Deutschland. SA und der SS stürmen die Gewerkschaftshäuser, verhaften und misshandeln Gewerkschafter, verwüsten die Einrichtungen, beschlagnahmen Dokumente und Kassen.
Nur drei Monate zuvor, am 30. Januar 1933, ernannte Reichspräsident Hindenburg Adolf Hitler zum Reichskanzler. Eigentlich waren die Nazis damals schon wieder auf dem absteigenden Ast. Bei der Reichstagswahl im November 1932 hatte die NSDAP nur noch 32 Prozent der Stimmen erreicht - fünf Prozent weniger als bei der Wahl Ende Juli 1932. Doch Deutschnationale und Industrielle überredeten Hindenburg zur Machtübertragung an Hitler und sein Kabinett der “nationalen Erhebung”.
In den Wochen nach dem 30. Januar krempeln die Nazis die formal noch bestehende Republik um. Von links nach rechts werden alle politischen Gegner nacheinander ausgeschaltet. Kommunisten, Sozialdemokraten, Gewerkschafter und Juden werden verfolgt, terrorisiert, verhaftet und in ersten provisorischen KZ misshandelt. Parteien, Gewerkschaften und Verbände werden aufgelöst oder zur Auflösung gezwungen. Die sozialistisch geprägten Gewerkschaften des “Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbunds” (ADGB) überleben zunächst. Doch als sie beim “Tag der nationalen Arbeit” mitmarschieren, ist ihre endgültige Zerschlagung schon beschlossen.
Nach dem 2. Mai geht das Vermögen der Gewerkschaften an die Nazis. Gewerkschafter werden in KZ deportiert, viele werden ermordet. Anderen gelingt die Flucht ins Exil, wo sie mit der Organisierung von Widerstand beginnen. Und einige bleiben im deutschen Widerstand - mit einem Bein im KZ.
Doch warum erst jetzt? Schon vor dem 30. Januar 1933 hatten die Nazis klar gezeigt, dass sie freie Gewerkschaften in ihrem “Dritten Reich” nicht dulden werden: Veranstaltungen wurden gesprengt. Es gab Anschläge auf Gewerkschaftshäuser und Gewerkschafter. Warum gab es keinen Widerstand in den ersten Wochen nach der Machtergreifung", als die Gewerkschaften noch stark waren?

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Workshop 2: Topf und Söhne: Vergangenheit, - Gegenwart - Zukunft
ReferentIn: Besetztes Haus

Die Erfurter Firma Topf & Söhne produzierte in der Zeit des Nationalsozialismus Öfen für die Krematorien in Buchenwald und Auschwitz. Seit 1996 liegt das ehemalige Firmengelände brach.
In dem Workshop soll beleuchtet werden, inwieweit sich Parallelen in den Handlungsweisen und Motivationen von Menschen in der heutigen Gesellschaft und dem Geschäftsgebaren von Topf & Söhne erkennen lassen. Dabei soll nicht die Gewissensentscheidung des/der Einzelnen im Mittelpunkt stehen, sondern die gesellschaftlichen Strukturen, die diese Handlungen fördern.
Ebenso wird es um den aktuellen Umgang mit der Industriebrache gehen.
Der Workshop wird von den BesetzerInnen eines Teils des Geländes organisiert.
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Workshop 3: Flüchtlinge in Thüringen: Lebenssituation, Selbstorganisation, Integration
ReferentIn: Steffen Dittes, Flüchtlingsrat Thüringen

e.V.; The Voice; Gerberstraße; Ausländerbeirat Erfurt
Flüchtlinge in der Bundesrepublik sind gezwungen, in zum Teil unwürdigen Gemeinschaftsunterkünften zu leben. Ihre Sozialleistungen liegen 30% unter dem gesetzlichen Existenzminum von Hartz IV und werden zum großen Teil als Sachleistungen sowie in Form von Wertgutscheinen ausgereicht. Auch in anderen Lebensbereichen sind Flüchtlinge Menschen zweiter Klasse, die mit eingeschränkten Grundrechten leben müssen. Der Protest der Flüchtlinge gegen die unmenschliche Unterbringung in der Gemeinschaftsunterkunft in Katzhütte hat gezeigt, dass nur ein gemeinsames und vielfaches Engagement, die Lebenssituation von Flüchtlingen in den Fokus der öffentlichen Debatte rücken kann.
Der Workshop soll einerseits die Lebenssituation von in Thüringen lebenden Flüchtlingen darstellen. Andererseits kommen Menschen zu Wort, die, ob selbst Flüchtling oder nicht, für die Rechte von Flüchtlingen streiten und durch ehrenamtliche Arbeit Flüchtlinge direkt unterstützen und ihre Lebenssituation verbessern. Anhand von konkreten Erfahrungen von Flüchtlingsselbstorganisation und unterstützenden Initiativen (z.B. Umtauschinitiativen) sollen Menschen ermutigt werden, selbst in der Flüchtlingsarbeit tätig zu werden, und ihnen Handlungsmöglichkeiten eröffnet werden.

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Workshop 4: Kommunalpolitischer Ratschlag: Handlungsempfehlungen für die Kommunalwahl 2009
Referentin: Sabine Berninger (MdL, DIE LINKE., Stadträtin in Arnstadt)

AKE fragt die Gruppe “Nazis in den Parlamenten Sachsen” an, evtl. Zusammenlegung, wenn die Gruppe Lust hat, Entscheidung bis Ende nächster Woche.
Nicht erst mit dem Fallen der 5%-Hürde für Kommunalwahlen ist die Wahrscheinlichkeit gewachsen, dass die extreme Rechte in Thüringen 2009 versuchen wird, Sitze in Gemeinde- und Stadträten sowie Kreistagen zu erringen.
Demokratische KandidatInnen, Parteien und Wählergemeinschaften vor Ort müssen damit rechnen, bei Wahlkampfveranstaltungen und an Infoständen und schlimmstenfalls auch nach der Wahl im Gemeinderat mit Rechtsextremen konfrontiert zu sein.
Im Workshop soll versucht werden, KommunalpolitikerInnen auf die bevorstehenden Auseinandersetzungen vorzubereiten. Es sollen Handlungsmöglichkeiten für das Agieren vor Ort vor, im und nach dem Wahlkampf erarbeitet werden.

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Workshop 5: Rechtsextremismus in Gewerkschaft und Gesellschaft
Referent: Dr. Bodo Zeuner, DGB Thüringen

Haben rechtsextreme Einstellungen spezifische Ursachen in den Wandlungen der Arbeitswelt? Sind bestimmte Gruppen von Arbeitnehmern besonders anfällig für Rassismus und den Ruf nach dem starken Führer? Schützt die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft vor Anfälligkeit gegen rechts? Wie versuchen Nazigruppen und andere Rechtsextremisten, die soziale Frage für ihre Propaganda auszubeuten? Wie können demokratische Kräfte einen klaren Trennungsstrich zu einem neuen „nationalen Sozialismus“ ziehen, ohne deshalb auf Kritik und Protest gegen unsoziale Politik zu verzichten?
Professor Zeuner leitete eine bundesweite empirische Untersuchung zum Thema „Gewerkschaften und Rechtsextremismus“, deren Ergebnisse 2007 im Verlag Westfälisches Dampfboot veröffentlicht wurden.

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Workshop 6: Arbeitstitel: Autoritärer Staat und fiese Tricks der Polizei - wie kann Mensch sich dagegen wehren?
Referent: Jörg Bergstedt / Michael Stade

Polizei und Justiz dienen den Interessen der Mächtigen. Das wird in Polizeistuben und Gerichtsälen, aber auch in den Gefängnissen mehr als deutlich. Gleiche Handlungen werden unterschiedlich behandelt je nach dem Grad des Oppositionellen in ihnen oder der Zugehörigkeit zu sozialen Schichten in der Gesellschaft. In den Knästen sitzen kaum Angehörige der Elite. Wo gerichtete Justiz nicht hilft, werden Straftaten oder Beweismittel sogar komplett erfunden.
Der autoritäre Charakter aktueller Gesellschaftlichkeit birgt aber noch weitergehende Gefahren: Es ist der Boden, auf dem der Faschismus neu heranwächst. Insofern erfüllen brutale Polizei und gerichtete Justiz eine doppelte Funktion: Politische Machtausübung im Hier und Jetzt - und Wegbereitung für einen noch autoritäreren Staat.

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Workshop 7: “Europa der Vaterländer“ vs. ”Vaterland Europa"?
ReferentIn: JAPS Jena

Die populistische und extreme Rechte Europa schaut über den nationalen Tellerrand. In diesem Jahr plant die NPD für den 13. September das europaweite Nazitreffen? Fest der Völker? in Altenburg. Trotz massiver Blockaden nahmen 2007 in Jena rund 1500 FaschistInnen an der Veranstaltung für ein ?Europa der Vaterländer? teil. In Köln lädt die selbsternannte Bürgerbewegung ?pro Köln? eine Woche später zum „Anti-Islamisierungs-Kongress“ ein und erwartet ebenfalls über tausend Teilnehmende. Auch hier ruft ein breites Bündnis zivilgesellschaftlicher und antifaschistischer Gruppen zu Massenblockaden auf, um das Treffen der RassistInnen zu verhindern.
In dem Workshop der Jugend-Aktions- und Projektwerkstatt Jena (JAPS) wollen wir die Hintergründe internationaler Naziveranstaltungen beleuchten. Dazu werden wir sowohl strukturelle Verbindungen wie Parteien und die Musikszene als auch gemeinsame Ideologien aufzeigen. Die rechten Großveranstaltungen unter dem Motto „Für ein Europa der Vaterländer“ sind nicht losgelöst von der Mainstreampolitik „Festung Europa“ zu betrachten.

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Workshop 8: Handlungsstrategien gegen Rechts: Die Antifaschistische Koordination Erfurt
ReferentIn: Antifaschistische Koordination Erfurt [AKE]

Die Antifaschistische Koordination Erfurt [AKE] ist ein Zusammenschluss verschiedenster Gruppen, Initiativen und Einzelpersonen aus Erfurt und Umgebung. Sie hat sich mit dem Ziel zusammengeschlossen, der Präsenz extrem rechter und faschistischer Überzeugungen und Gruppierungen in Erfurt wirksam entgegenzutreten. Gegründet wurde die [AKE] im Februar 2007 zur Vorbereitungen der Gegenaktivitäten gegen die überregionale Nazidemo am 1.Mai. Die [AKE] versteht sich jedoch nicht als reines Abwehrbündnis. Es geht nicht einfach darum die rechte Hegemonie zu verhindern, vielmehr soll die [AKE] eine Basis für linke und antifaschistische Positionen schaffen, um offensiv gegen Nazis vorgehen zu können.
Der Workshop wird das Konzept der [AKE] sowie die Zusammenarbeit in diesem heterogenen Bündnis zur Diskussion stellen. Erfolge und auftretende Probleme sollen dabei genauso angesprochen werden wie die mögliche Übertragbarkeit auf andere Teile Thüringens.
Der besondere Charakter des Workshops liegt im offenen Austausch über antifaschistische Bündnisarbeit im Jahr 2008.

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Workshop 9: Versteckspiel - Zeichen und Symbole der rechtsextremen Szene
ReferentIn: Jemand von MOBIT

Zu Beginn der 90er Jahre war das Bild des gewalttätigen neonazistischen Skinheads so bekannt wie allgegenwärtig. Wenngleich dieses Erscheinungsbild nicht gänzlich verschwunden ist, haben sich Auftreten, Kleidung und Symbolik der extremen Rechten gewandelt. Die Szene trägt jugendtypische Kleidung, die oftmals erst bei genauem Hinsehen als Erkennungszeichen politisch Rechter gedeutet werden können.
Doch hinter dem veränderten Lifestyle verbirgt sich mehr als ein neu entdeckter Hang zur Modernität. Gerade die strafrechtlichen Sanktionen gegen Kennzeichen der NS-Zeit haben die neonazistische Szene zu einem “Versteckspiel” genötigt, das mittlerweile überraschend kreative Blüten treibt. Jugendlichen und jungen Erwachsenen wird jetzt eine breite Palette an subkulturellen Bezügen geboten, mit dem sie sich identifizieren können und die sie für die rechte Szene ansprechbar machen können.
Dieser Workshop vermittelt einen Überblick über die neuen Symbole und Erscheinungsformen der extremen Rechten und klärt über die Hintergründe der Verwandlung auf.

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Workshop 10: Nazis in Nadelstreifen
Referentin: Andrea Röpke und Andrea Speit; RedRoXX

In den letzten Jahren konnte die NPD Wahlerfolge in Ost und West verbuchen. Gemeinsam mit den außerhalb der Parlamente agierenden „Freien Kameradschaften“ und „Autonomen Nationalisten“ ist es ihr gelungen, vielerorts eine rechte Alltagskultur zu etablieren.
Sie greift soziale Ängste und regionale Probleme auf und ihre Mitglieder engagieren sich verstärkt in Vereinen. Dabei stützt sich die NPD auf ein bundesweites Netzwerk von „Kameradschaften“, Wirtschaftsunternehmen, Stiftungen, Verlagen sowie Organisationen, die oftmals als scheinbarharmlose Bürgerinitiativen agieren.
Doch auch im Gewand des Biedermannes werden die alten völkischen Botschaften verbreitet, hinter der vermeintlichen Bürgernähe steht eine straff geführte Organisation, und die Zahl rechtsextremer Gewalttaten nimmt weiter zu.
Mit ihrem Buch „Nazis in Nadelstreifen. Die NPD auf dem Weg in die Mitte der Gesellschaft“ (Ch. Links Verlag, Berlin 2008) geben die Journalisten Andrea Röpke und Andreas Speit einen aktuellen Überblick und deckt Hintergründe auf.

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Workshop 11: Homo Sacer und „Die Zigeuner“
Antiziganismus. Überlegungen zu einer wesentlichen und deshalb „vergessenen“ Variante des Rassismus im Kapitalismus
Referentin: Roswitha Scholz, Bildungskollektiv e.V. (BIKO)


„Lustig ist das Zigeunerleben“ – so ein bekanntes Lied und Klischee. Zigeuner gelten im Gegensatz zum disziplinierten Individuum der Dominanzkultur als „wild and free“, sie stehen scheinbar auf der arbeitsabgewandten Seite der Gesellschaft.
Sie leben aber nicht auf Tahiti oder sonst wo weit weg, sondern sie sind „mitten unter uns“ seit Jahrhunderten und waren von Anfang an ein Bestandteil der Gesellschaften des „Zentrums“. Gleichzeitig handelt es sich beim Antiziganismus um eine Form des Rassismus, der sich vielleicht wie kein anderer durch eine tiefe Verachtung auszeichnet. „Zigeuner“ lügen, betrügen und stehlen angeblich.
Ihre Existenz wurde quasi als außerhalb des Gesetzes stehend betrachtet. Gerade deswegen wurden sie wie keine andere Bevölkerungsgruppe kriminalisiert und erfasst. Der „Zigeuner“ soll so auch zeigen, wo das Mitglied der Dominanzkultur hinkommen kann, wenn es sich in der Arbeitsgesellschaft nicht angepasst verhält.
Die Kernthese von Scholz lautet nun, dass der „Zigeuner“ den Homo sacer par excellence darstellt, den Menschen, der in der Moderne „vogelfrei“ gewissermaßen zum Abschuss freigegeben ist. Dies zeigt sich im übertragenen Sinne auch darin, dass der Antiziganismus bis heute selbst in einschlägigen Abhandlungen zum Thema Rassismus kaum vorkommt.
So hat es auch lange gedauert, bis die Massenvernichtung der Sinti und Roma im Nationalsozialismus überhaupt thematisiert worden ist.

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Workshop 12: Weißsein in Deutschland
Referentin: Yvonne Fischer, Couragiertes Erfurt

In Deutschland besteht großes Interesse an der Herkunft und Ethnizität von Menschen, die als Fremde wahrgenommen werden. Die Rede von „Menschen mit Migrationshintergrund“ macht deutlich, dass dabei zumeist Migrantinnen und Migranten zum Objekt der Beobachtung von Herkunftsdeutschen werden. Deutschsein = Weißsein ist dabei die Formel, die als „normal“ vorausgesetzt wird.
In der Folge sind MigrantInnen gezwungen, die eigene Identität und Herkunft in Abgrenzung zur weißen „Normalität“ ständig erklären und rechtfertigen zu müssen. Weiße hingegen beschäftigen sich mit ihrer Ethnizität nur, wenn sie es selber möchten.
Ethnizität ist jedoch kein Willensakt, kein Tatbestand, den man wie Kleidung an- und ausziehen kann; auch wenn man häufig unter weißen Deutschen der Auffassung begegnet, dass Ethnizität für sie keine Rolle spielt, in dem Sinne „Für mich sind alle Menschen gleich, egal welcher Hautfarbe“.
Die in solchen Aussagen enthaltene Absicht, rassistische Kategorisierungen nicht zu übernehmen, steht scheinbar unverbunden neben dem Phänomen, dass die Ethnizität der weißen Mehrheitsbevölkerung nicht zum Thema gemacht wird.
Nicht das Herausstellen von ethnischen Unterschieden an sich verursacht aus dieser Perspektive rassistische Strukturen, vielmehr soll in diesem Workshop die oftmals unhinterfragte Normalität der weißen Sicht der Welt thematisiert werden.

In welchem Maß können sich als antirassistisch verstehende, weiße Menschen wirklich von der “Ressource” Weißsein frei machen? Aus welcher Position heraus ist eine solche “Farbenblindheit” überhaupt möglich? Wie beteiligen sich Weiße unbewusst an der Reproduktion von Rassismen dadurch, dass sie ihr eigene Ethnizität nicht reflektieren?
Am Beginn dieses Workshops steht daher die These, dass es für eine emanzipatorische, anti-rassistische Praxis zwingend notwendig ist, Weißsein als Privileg und spezifische Weltsicht zu reflektieren. Dafür soll an dieser Stelle Raum sein.

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Workshop 13: Rechtsextremismus in Europa
Referentin: Gabi Zimmer und Karin Schrappe, Europabüro Gabi Zimmer

Gabi Zimmer wird in ihrer Einführung

  • Entwicklungstendenzen des Rechtsextremismus in Europa benennen
  • sich dabei insbesondere auch mit den osteuropäischen Staaten befassen
  • einen Einblick in die Tätigkeit der rechtsgerichteten Kräfte im Europäischen Parlament geben
  • sich mit konkreten politischen Ansätzen hinsichtlich der Bekämpfung des Rechtsextremismus in der Europäischen Union befassen und
  • insbesondere die parlamentarischen initiativen ihrer Fraktion – der Vereinten Europäischen Linken/ Nordisch Grünen Linken (GUE/NGL) erläutern.

Wichtig ist ihr, mit den Teilnehmern ins Gespräch zu kommen.
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Workshop 14: Rechte Kapitalismuskritik
ReferentIn: Bildungskollektiv e.V. (BIKO)

Seit einigen Jahren treten Rechtsextreme in Thüringen verstärkt mit einer vorgeblich antikapitalistischen Argumentation in die Öffentlichkeit.
Das verwundert, war doch der organisierte Neofaschismus bislang eher prokapitalistisch und wohlstandschauvinistisch orientiert. Wenn man die Hinwendung zur sozialen Frage zur bloßen Strategie zum Erschleichen der Wählergunst erklärt, verschließt sich die Möglichkeit, den Nazis auf einer inhaltlichen Ebene entgegen zu treten.
Dagegen erschließen wir im Workshop “Völkische Kapitalismuskritik” gemeinsam, wie die zentralen Argumente des rechten Antikapitalismus funktionieren und wie die Welt in der Zielvorstellung der Nazis aussehen soll. Ausgehend davon entwickeln wir in der Diskussion, was man der rechten Weltsicht entgegen stellen kann.

Infos

Nr.3 18. Ratschlag Thüringen gegen Rechts!

Nr. 2 18. Ratschlag Thüringen gegen Rechts!

Nr. 1 18. Ratschlag Thüringen gegen Rechts! Jede/r Faire/r kann Infos, Plakate bei LAG-TH()web.de anfordern

18. Ratschlag-Gegenwind

7. Nov., 19 Uhr, MAHNGANG, vom Alte Synagoge, EF Waagegasse 8, zum Besetztes Haus

8. Nov., 9:30 Uhr, DEMO, vom Synagoge, EF Juri-Gagarin-Ring 16, zum 18. Ratschlag

Wenn man Diskriminierung, Antisemitismus, Rassismus und Nationalismus duldet UND Menschen, die sich gegen Nazismus wehren, niedergeschlagen und kriminalisiert werden, wächst der Nazismus!

Bitte, ob Demokraten, freiheitlich denkende Menschen, GewerkschafterInnen, Antirassisten, Anti-Antisemiten oder Antifas und andere BürgerInnen, sich gemeinsam wehren!

Diskriminierung, Antisemitismus, Rassismus und Nationalismus stoppem!

Bezüglich den wachsenden rechtsextremen Kundgebungen, der Gefahr, dass die NPD 2009 im Thüringer Landtag gewählt wird und die Diskriminierung, Antisemitismus und Rassismus ständig wachsen, bitten wir Sie ernsthaft, sich aktiv dagegen zu wehren, den 18. Ratschlag zu unterstützen und helfen, dass sich möglichst viele beteiligen.
Der 18. Ratschlag ruft auf am 7. und 8. November, sich in Erfurt an den Demos/Mahngängen und den Workshops gegen Diskriminierung, Antisemitismus, Rassismus und Nationalismus zu beteiligen!
Der Neonazismus und die Beschädigung der Menschen wird wieder gewaltig wachsen, wenn man wieder die unterschiedlichen Parteienmitglieder, Initiativen und Organisationen nicht respektiert, man keine ernsthafte Bündnisarbeit macht, ein Teil der Polizei, der Justiz und Regierungen die Antifas kriminalisiert und die Diskriminierung fortgesetzt wird.
Der Neonazismus kann nur gestoppt werden, wenn man sich beteiligt und die Beschädigung der Menschen, ob Deutsche oder Nichtdeutsche, ob Juden ob Antifas und Andere, nicht duldet!!!!

Wenn man an sich nicht an Aktionen beteiligt, wird der Rechtsextremismus wachsen.
Die Beschädigung, Niederschlagung und Ermordung von Migranten, Flüchtlinge, Juden, Antirassisten, Anti-Antisemiten, Antifaschisten und Andere wächst weil die Nazis wenig behindert werden, die Mehrheit der BürgerInnen es dultet und ein Teil der Polizei, Justiz und Regierungen kriminalisieren und sogar töten die Menschen, die sich wehren.

  • 1989 ca. 1.500 faschistische Straftaten gab in BRD.
  • 1991 gab es im vereinten Deutschland schon ca. 3.900 und
  • 2006 18.000 rechtsextreme Straftaten, „allein“ 455 Fälle von Körperverletzungen, faschistische Straftaten und jetzt noch mehr.
  • 2007 sind in Thüringen 600 gewaltbereite Rechtsextremisten registriert und 104 rechtsextreme Aufmärsche und Auftritte.
  • Die meisten Menschen sind seit 1990 von Neonazis niedergeschlagen und ermordet worden:
    136 ermordet nach der staatlichen Aussage (in Wirklichkeit sind circa 200) ermordet worden.

 

Beschädigung der Flüchtinge (1993 bis 2007):

  • 174 Flüchtlinge starben auf dem Wege in die Bundesrepublik Deutschland oder an den Grenzen, davon allein 130 an den deutschen Ost-Grenzen,
  • 475 Flüchtlinge erlitten beim Grenzübertritt Verletzungen, davon 295 an den deutschen Ost-Grenzen,
  • 149 Flüchtlinge töteten sich angesichts ihrer drohenden Abschiebung oder starben bei dem Versuch, vor der Abschiebung zu fliehen, davon 56 Menschen in Abschiebehaft,
  • 746 Flüchtlinge verletzten sich aus Angst vor der Abschiebung oder aus Protest gegen die drohende Abschiebung (Risiko-Hungerstreiks) oder versuchten, sich umzubringen, davon befanden sich 449 Menschen in Abschiebehaft,
  • 5 Flüchtlinge starben während der Abschiebung und
  • 356 Flüchtlinge wurden durch Zwangsmaßnahmen oder Mißhandlungen während der Abschiebung verletzt,
  • 29 Flüchtlinge kamen nach der Abschiebung in ihrem Herkunftsland zu Tode, und
  • 441 Flüchtlinge wurden im Herkunftsland von Polizei oder Militär mißhandelt und gefoltert oder kamen aufgrund ihrer schweren Erkrankungen in Lebensgefahr,
  • 70 Flüchtlinge verschwanden nach der Abschiebung spurlos,
  • 13 Flüchtlinge starben bei abschiebe-unabhängigen Polizeimaßnahmen,
  • 405 wurden durch Polizei oder Bewachungspersonal verletzt, davon 129 Flüchtlinge in Haft.
  • 67 Flüchtlinge starben bei Bränden oder Anschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte,
  • 744 Flüchtlinge wurden z.T. erheblich verletzt,
  • 14 Flüchtlinge starben durch rassistische Angriffe auf der Straße und
    719 Menschen wurden verletzt.
  • Durch staatliche Maßnahmen der BRD kamen seit 1993 mindestens 370 Flüchtlinge ums Leben – durch rassistische Übergriffe und Brände in Flüchtlingsunterkünften starben 81 Menschen.
 

Die NSDAP konnte 1933 an die Macht kommen, weil anders als in anderen Ländern, sich nur Wenige gewehrt haben und es fast keine Bündnisgegenwehr gab.

DESHALB ob Antifaschist/in, Anarschist/in, Kommunist/in, Linke/r, Sozialist/in, Demokratische/r, Sozialdemokratische/r, Liberale/r usw.., Nationalismus und Beschädigung der Menschen nicht dulden !!!!