Workskops/Themen:
Workshop 1: Die Zerschlagung
der Gewerkschaften am 2. Mai 1933 - Gewerkschaften vor 1933 und was
man hätte besser machen können
Referent: Dirk Erb, IG Metall
Morgens
10 Uhr in Deutschland. SA und der SS stürmen die Gewerkschaftshäuser,
verhaften und misshandeln Gewerkschafter, verwüsten die Einrichtungen,
beschlagnahmen Dokumente und Kassen.
Nur drei Monate zuvor, am 30. Januar 1933, ernannte Reichspräsident
Hindenburg Adolf Hitler zum Reichskanzler. Eigentlich waren die Nazis
damals schon wieder auf dem absteigenden Ast. Bei der Reichstagswahl
im November 1932 hatte die NSDAP nur noch 32 Prozent der Stimmen erreicht
- fünf Prozent weniger als bei der Wahl Ende Juli 1932. Doch Deutschnationale
und Industrielle überredeten Hindenburg zur Machtübertragung
an Hitler und sein Kabinett der nationalen Erhebung.
In den Wochen nach dem 30. Januar krempeln die Nazis die formal noch
bestehende Republik um. Von links nach rechts werden alle politischen
Gegner nacheinander ausgeschaltet. Kommunisten, Sozialdemokraten, Gewerkschafter
und Juden werden verfolgt, terrorisiert, verhaftet und in ersten provisorischen
KZ misshandelt. Parteien, Gewerkschaften und Verbände werden aufgelöst
oder zur Auflösung gezwungen. Die sozialistisch geprägten
Gewerkschaften des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbunds
(ADGB) überleben zunächst. Doch als sie beim Tag der
nationalen Arbeit mitmarschieren, ist ihre endgültige Zerschlagung
schon beschlossen.
Nach dem 2. Mai geht das Vermögen der Gewerkschaften an die Nazis.
Gewerkschafter werden in KZ deportiert, viele werden ermordet. Anderen
gelingt die Flucht ins Exil, wo sie mit der Organisierung von Widerstand
beginnen. Und einige bleiben im deutschen Widerstand - mit einem Bein
im KZ.
Doch warum erst jetzt? Schon vor dem 30. Januar 1933 hatten die Nazis
klar gezeigt, dass sie freie Gewerkschaften in ihrem Dritten Reich
nicht dulden werden: Veranstaltungen wurden gesprengt. Es gab Anschläge
auf Gewerkschaftshäuser und Gewerkschafter. Warum gab es keinen
Widerstand in den ersten Wochen nach der Machtergreifung", als
die Gewerkschaften noch stark waren?
-------------------------------------
Workshop 2: Topf und Söhne:
Vergangenheit, - Gegenwart - Zukunft
ReferentIn: Besetztes Haus
Die Erfurter Firma Topf &
Söhne produzierte in der Zeit des Nationalsozialismus Öfen
für die Krematorien in Buchenwald und Auschwitz. Seit 1996 liegt
das ehemalige Firmengelände brach.
In dem Workshop soll beleuchtet werden, inwieweit sich Parallelen in
den Handlungsweisen und Motivationen von Menschen in der heutigen Gesellschaft
und dem Geschäftsgebaren von Topf & Söhne erkennen lassen.
Dabei soll nicht die Gewissensentscheidung des/der Einzelnen im Mittelpunkt
stehen, sondern die gesellschaftlichen Strukturen, die diese Handlungen
fördern.
Ebenso wird es um den aktuellen Umgang mit der Industriebrache gehen.
Der Workshop wird von den BesetzerInnen eines Teils des Geländes
organisiert.
-------------------------------------
Workshop
3: Flüchtlinge in Thüringen: Lebenssituation, Selbstorganisation,
Integration
ReferentIn: Steffen Dittes, Flüchtlingsrat Thüringen
e.V.; The Voice; Gerberstraße;
Ausländerbeirat Erfurt
Flüchtlinge in der Bundesrepublik sind gezwungen, in zum Teil unwürdigen
Gemeinschaftsunterkünften zu leben. Ihre Sozialleistungen liegen
30% unter dem gesetzlichen Existenzminum von Hartz IV und werden zum
großen Teil als Sachleistungen sowie in Form von Wertgutscheinen
ausgereicht. Auch in anderen Lebensbereichen sind Flüchtlinge Menschen
zweiter Klasse, die mit eingeschränkten Grundrechten leben müssen.
Der Protest der Flüchtlinge gegen die unmenschliche Unterbringung
in der Gemeinschaftsunterkunft in Katzhütte hat gezeigt, dass nur
ein gemeinsames und vielfaches Engagement, die Lebenssituation von Flüchtlingen
in den Fokus der öffentlichen Debatte rücken kann.
Der Workshop soll einerseits die Lebenssituation von in Thüringen
lebenden Flüchtlingen darstellen. Andererseits kommen Menschen
zu Wort, die, ob selbst Flüchtling oder nicht, für die Rechte
von Flüchtlingen streiten und durch ehrenamtliche Arbeit Flüchtlinge
direkt unterstützen und ihre Lebenssituation verbessern. Anhand
von konkreten Erfahrungen von Flüchtlingsselbstorganisation und
unterstützenden Initiativen (z.B. Umtauschinitiativen) sollen Menschen
ermutigt werden, selbst in der Flüchtlingsarbeit tätig zu
werden, und ihnen Handlungsmöglichkeiten eröffnet werden.
-------------------------------------
Workshop 4: Kommunalpolitischer
Ratschlag: Handlungsempfehlungen für die Kommunalwahl 2009
Referentin: Sabine Berninger (MdL, DIE LINKE., Stadträtin in Arnstadt)
AKE fragt die Gruppe Nazis
in den Parlamenten Sachsen an, evtl. Zusammenlegung, wenn die
Gruppe Lust hat, Entscheidung bis Ende nächster Woche.
Nicht erst mit dem Fallen der 5%-Hürde für Kommunalwahlen
ist die Wahrscheinlichkeit gewachsen, dass die extreme Rechte in Thüringen
2009 versuchen wird, Sitze in Gemeinde- und Stadträten sowie Kreistagen
zu erringen.
Demokratische KandidatInnen, Parteien und Wählergemeinschaften
vor Ort müssen damit rechnen, bei Wahlkampfveranstaltungen und
an Infoständen und schlimmstenfalls auch nach der Wahl im Gemeinderat
mit Rechtsextremen konfrontiert zu sein.
Im Workshop soll versucht werden, KommunalpolitikerInnen auf die bevorstehenden
Auseinandersetzungen vorzubereiten. Es sollen Handlungsmöglichkeiten
für das Agieren vor Ort vor, im und nach dem Wahlkampf erarbeitet
werden.
-------------------------------------
Workshop 5: Rechtsextremismus
in Gewerkschaft und Gesellschaft
Referent: Dr. Bodo Zeuner, DGB Thüringen
Haben rechtsextreme Einstellungen
spezifische Ursachen in den Wandlungen der Arbeitswelt? Sind bestimmte
Gruppen von Arbeitnehmern besonders anfällig für Rassismus
und den Ruf nach dem starken Führer? Schützt die Mitgliedschaft
in einer Gewerkschaft vor Anfälligkeit gegen rechts? Wie versuchen
Nazigruppen und andere Rechtsextremisten, die soziale Frage für
ihre Propaganda auszubeuten? Wie können demokratische Kräfte
einen klaren Trennungsstrich zu einem neuen nationalen Sozialismus
ziehen, ohne deshalb auf Kritik und Protest gegen unsoziale Politik
zu verzichten?
Professor Zeuner leitete eine bundesweite empirische Untersuchung zum
Thema Gewerkschaften und Rechtsextremismus, deren Ergebnisse
2007 im Verlag Westfälisches Dampfboot veröffentlicht wurden.
-------------------------------------
Workshop 6: Arbeitstitel: Autoritärer
Staat und fiese Tricks der Polizei - wie kann Mensch sich dagegen wehren?
Referent: Jörg Bergstedt / Michael Stade
Polizei und Justiz dienen den Interessen der
Mächtigen. Das wird in Polizeistuben und Gerichtsälen, aber
auch in den Gefängnissen mehr als deutlich. Gleiche Handlungen
werden unterschiedlich behandelt je nach dem Grad des Oppositionellen
in ihnen oder der Zugehörigkeit zu sozialen Schichten in der Gesellschaft.
In den Knästen sitzen kaum Angehörige der Elite. Wo gerichtete
Justiz nicht hilft, werden Straftaten oder Beweismittel sogar komplett
erfunden.
Der autoritäre Charakter aktueller Gesellschaftlichkeit birgt aber
noch weitergehende Gefahren: Es ist der Boden, auf dem der Faschismus
neu heranwächst. Insofern erfüllen brutale Polizei und gerichtete
Justiz eine doppelte Funktion: Politische Machtausübung im Hier
und Jetzt - und Wegbereitung für einen noch autoritäreren
Staat.
-------------------------------------
Workshop 7: Europa der Vaterländer
vs. Vaterland Europa"?
ReferentIn: JAPS Jena
Die populistische und extreme Rechte Europa
schaut über den nationalen Tellerrand. In diesem Jahr plant die
NPD für den 13. September das europaweite Nazitreffen? Fest der
Völker? in Altenburg. Trotz massiver Blockaden nahmen 2007 in Jena
rund 1500 FaschistInnen an der Veranstaltung für ein ?Europa der
Vaterländer? teil. In Köln lädt die selbsternannte Bürgerbewegung
?pro Köln? eine Woche später zum Anti-Islamisierungs-Kongress
ein und erwartet ebenfalls über tausend Teilnehmende. Auch hier
ruft ein breites Bündnis zivilgesellschaftlicher und antifaschistischer
Gruppen zu Massenblockaden auf, um das Treffen der RassistInnen zu verhindern.
In dem Workshop der Jugend-Aktions- und Projektwerkstatt Jena (JAPS)
wollen wir die Hintergründe internationaler Naziveranstaltungen
beleuchten. Dazu werden wir sowohl strukturelle Verbindungen wie Parteien
und die Musikszene als auch gemeinsame Ideologien aufzeigen. Die rechten
Großveranstaltungen unter dem Motto Für ein Europa
der Vaterländer sind nicht losgelöst von der Mainstreampolitik
Festung Europa zu betrachten.
-------------------------------------
Workshop 8: Handlungsstrategien gegen Rechts:
Die Antifaschistische Koordination Erfurt
ReferentIn: Antifaschistische Koordination Erfurt [AKE]
Die Antifaschistische Koordination Erfurt
[AKE] ist ein Zusammenschluss verschiedenster Gruppen, Initiativen und
Einzelpersonen aus Erfurt und Umgebung. Sie hat sich mit dem Ziel zusammengeschlossen,
der Präsenz extrem rechter und faschistischer Überzeugungen
und Gruppierungen in Erfurt wirksam entgegenzutreten. Gegründet
wurde die [AKE] im Februar 2007 zur Vorbereitungen der Gegenaktivitäten
gegen die überregionale Nazidemo am 1.Mai. Die [AKE] versteht sich
jedoch nicht als reines Abwehrbündnis. Es geht nicht einfach darum
die rechte Hegemonie zu verhindern, vielmehr soll die [AKE] eine Basis
für linke und antifaschistische Positionen schaffen, um offensiv
gegen Nazis vorgehen zu können.
Der Workshop wird das Konzept der [AKE] sowie die Zusammenarbeit in
diesem heterogenen Bündnis zur Diskussion stellen. Erfolge und
auftretende Probleme sollen dabei genauso angesprochen werden wie die
mögliche Übertragbarkeit auf andere Teile Thüringens.
Der besondere Charakter des Workshops liegt im offenen Austausch über
antifaschistische Bündnisarbeit im Jahr 2008.
-------------------------------------
Workshop 9: Versteckspiel - Zeichen und Symbole
der rechtsextremen Szene
ReferentIn: Jemand von MOBIT
Zu Beginn der 90er Jahre war das Bild des
gewalttätigen neonazistischen Skinheads so bekannt wie allgegenwärtig.
Wenngleich dieses Erscheinungsbild nicht gänzlich verschwunden
ist, haben sich Auftreten, Kleidung und Symbolik der extremen Rechten
gewandelt. Die Szene trägt jugendtypische Kleidung, die oftmals
erst bei genauem Hinsehen als Erkennungszeichen politisch Rechter gedeutet
werden können.
Doch hinter dem veränderten Lifestyle verbirgt sich mehr als ein
neu entdeckter Hang zur Modernität. Gerade die strafrechtlichen
Sanktionen gegen Kennzeichen der NS-Zeit haben die neonazistische Szene
zu einem Versteckspiel genötigt, das mittlerweile überraschend
kreative Blüten treibt. Jugendlichen und jungen Erwachsenen wird
jetzt eine breite Palette an subkulturellen Bezügen geboten, mit
dem sie sich identifizieren können und die sie für die rechte
Szene ansprechbar machen können.
Dieser Workshop vermittelt einen Überblick über die neuen
Symbole und Erscheinungsformen der extremen Rechten und klärt über
die Hintergründe der Verwandlung auf.
-------------------------------------
Workshop 10: Nazis in Nadelstreifen
Referentin: Andrea Röpke und Andrea Speit; RedRoXX
In den letzten Jahren konnte die NPD Wahlerfolge
in Ost und West verbuchen. Gemeinsam mit den außerhalb der Parlamente
agierenden Freien Kameradschaften und Autonomen Nationalisten
ist es ihr gelungen, vielerorts eine rechte Alltagskultur zu etablieren.
Sie greift soziale Ängste und regionale Probleme auf und ihre Mitglieder
engagieren sich verstärkt in Vereinen. Dabei stützt sich die
NPD auf ein bundesweites Netzwerk von Kameradschaften, Wirtschaftsunternehmen,
Stiftungen, Verlagen sowie Organisationen, die oftmals als scheinbarharmlose
Bürgerinitiativen agieren.
Doch auch im Gewand des Biedermannes werden die alten völkischen
Botschaften verbreitet, hinter der vermeintlichen Bürgernähe
steht eine straff geführte Organisation, und die Zahl rechtsextremer
Gewalttaten nimmt weiter zu.
Mit ihrem Buch Nazis in Nadelstreifen. Die NPD auf dem Weg in
die Mitte der Gesellschaft (Ch. Links Verlag, Berlin 2008) geben
die Journalisten Andrea Röpke und Andreas Speit einen aktuellen
Überblick und deckt Hintergründe auf.
-------------------------------------
Workshop 11: Homo Sacer und Die Zigeuner
Antiziganismus. Überlegungen zu einer wesentlichen und deshalb
vergessenen Variante des Rassismus im Kapitalismus
Referentin: Roswitha Scholz, Bildungskollektiv e.V. (BIKO)
Lustig ist das Zigeunerleben so ein bekanntes Lied
und Klischee. Zigeuner gelten im Gegensatz zum disziplinierten Individuum
der Dominanzkultur als wild and free, sie stehen scheinbar
auf der arbeitsabgewandten Seite der Gesellschaft.
Sie leben aber nicht auf Tahiti oder sonst wo weit weg, sondern sie
sind mitten unter uns seit Jahrhunderten und waren von Anfang
an ein Bestandteil der Gesellschaften des Zentrums. Gleichzeitig
handelt es sich beim Antiziganismus um eine Form des Rassismus, der
sich vielleicht wie kein anderer durch eine tiefe Verachtung auszeichnet.
Zigeuner lügen, betrügen und stehlen angeblich.
Ihre Existenz wurde quasi als außerhalb des Gesetzes stehend betrachtet.
Gerade deswegen wurden sie wie keine andere Bevölkerungsgruppe
kriminalisiert und erfasst. Der Zigeuner soll so auch zeigen,
wo das Mitglied der Dominanzkultur hinkommen kann, wenn es sich in der
Arbeitsgesellschaft nicht angepasst verhält.
Die Kernthese von Scholz lautet nun, dass der Zigeuner den
Homo sacer par excellence darstellt, den Menschen, der in der Moderne
vogelfrei gewissermaßen zum Abschuss freigegeben ist.
Dies zeigt sich im übertragenen Sinne auch darin, dass der Antiziganismus
bis heute selbst in einschlägigen Abhandlungen zum Thema Rassismus
kaum vorkommt.
So hat es auch lange gedauert, bis die Massenvernichtung der Sinti und
Roma im Nationalsozialismus überhaupt thematisiert worden ist.
-------------------------------------
Workshop 12: Weißsein in Deutschland
Referentin: Yvonne Fischer, Couragiertes Erfurt
In Deutschland besteht großes Interesse
an der Herkunft und Ethnizität von Menschen, die als Fremde wahrgenommen
werden. Die Rede von Menschen mit Migrationshintergrund
macht deutlich, dass dabei zumeist Migrantinnen und Migranten zum Objekt
der Beobachtung von Herkunftsdeutschen werden. Deutschsein = Weißsein
ist dabei die Formel, die als normal vorausgesetzt wird.
In der Folge sind MigrantInnen gezwungen, die eigene Identität
und Herkunft in Abgrenzung zur weißen Normalität
ständig erklären und rechtfertigen zu müssen. Weiße
hingegen beschäftigen sich mit ihrer Ethnizität nur, wenn
sie es selber möchten.
Ethnizität ist jedoch kein Willensakt, kein Tatbestand, den man
wie Kleidung an- und ausziehen kann; auch wenn man häufig unter
weißen Deutschen der Auffassung begegnet, dass Ethnizität
für sie keine Rolle spielt, in dem Sinne Für mich sind
alle Menschen gleich, egal welcher Hautfarbe.
Die in solchen Aussagen enthaltene Absicht, rassistische Kategorisierungen
nicht zu übernehmen, steht scheinbar unverbunden neben dem Phänomen,
dass die Ethnizität der weißen Mehrheitsbevölkerung
nicht zum Thema gemacht wird.
Nicht das Herausstellen von ethnischen Unterschieden an sich verursacht
aus dieser Perspektive rassistische Strukturen, vielmehr soll in diesem
Workshop die oftmals unhinterfragte Normalität der weißen
Sicht der Welt thematisiert werden.
In welchem Maß können sich als
antirassistisch verstehende, weiße Menschen wirklich von der Ressource
Weißsein frei machen? Aus welcher Position heraus ist eine solche
Farbenblindheit überhaupt möglich? Wie beteiligen
sich Weiße unbewusst an der Reproduktion von Rassismen dadurch,
dass sie ihr eigene Ethnizität nicht reflektieren?
Am Beginn dieses Workshops steht daher die These, dass es für eine
emanzipatorische, anti-rassistische Praxis zwingend notwendig ist, Weißsein
als Privileg und spezifische Weltsicht zu reflektieren. Dafür soll
an dieser Stelle Raum sein.
-------------------------------------
Workshop 13: Rechtsextremismus in Europa
Referentin: Gabi Zimmer und Karin Schrappe, Europabüro Gabi Zimmer
Gabi Zimmer wird in ihrer Einführung
- Entwicklungstendenzen des Rechtsextremismus
in Europa benennen
- sich dabei insbesondere auch mit den osteuropäischen
Staaten befassen
- einen Einblick in die Tätigkeit der
rechtsgerichteten Kräfte im Europäischen Parlament geben
- sich mit konkreten politischen Ansätzen
hinsichtlich der Bekämpfung des Rechtsextremismus in der Europäischen
Union befassen und
- insbesondere die parlamentarischen initiativen
ihrer Fraktion der Vereinten Europäischen Linken/ Nordisch
Grünen Linken (GUE/NGL) erläutern.
Wichtig ist ihr, mit den Teilnehmern ins
Gespräch zu kommen.
-------------------------------------
Workshop 14: Rechte Kapitalismuskritik
ReferentIn: Bildungskollektiv e.V. (BIKO)
Seit einigen Jahren treten Rechtsextreme
in Thüringen verstärkt mit einer vorgeblich antikapitalistischen
Argumentation in die Öffentlichkeit.
Das verwundert, war doch der organisierte Neofaschismus bislang eher
prokapitalistisch und wohlstandschauvinistisch orientiert. Wenn man
die Hinwendung zur sozialen Frage zur bloßen Strategie zum Erschleichen
der Wählergunst erklärt, verschließt sich die Möglichkeit,
den Nazis auf einer inhaltlichen Ebene entgegen zu treten.
Dagegen erschließen wir im Workshop Völkische Kapitalismuskritik
gemeinsam, wie die zentralen Argumente des rechten Antikapitalismus
funktionieren und wie die Welt in der Zielvorstellung der Nazis aussehen
soll. Ausgehend davon entwickeln wir in der Diskussion, was man der
rechten Weltsicht entgegen stellen kann.