Karussell - Gegenwind 18/2008
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Inhalt
Stoppt das Sterben!; Stoppt Antisemitismus!; Kreative Antirepression; Nachfolgende Geschichte
Versammlungsfreiheit; BI gegen Billiglohn; Aktion gegen Billiglohn; Opferstock; Armutsgefährdung
Braune Sumpf; Verlegung; 60 Jahre - Erklärung der Menschenrechte
Gedenken an die Opfer; Verschlechterung Gesundheitsversorgung; Jahrbuch der Gerechtigkeit
Umweltschützer; Walnuss Baum; Fristlose Kündigungen
Antifaschistische Arbeit; Neonazi gesteht brutalen Überfall
18. Ratschlag - Workshops
Flutkatastrophe in Togo; Erfurt im Nationalsozialismus; Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft
Deutschland Vollzeit-Studium
Langzeitarbeitlose Menschen
Widerstand und internationale Solidarität; Arzt-Patienten-Verhältnis
Lebenserwartung
Gewerkschafts-Mitglieder ermordet; Sicherheit für Journalisten
Fiese Tricks
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Bündnis mitmachen!
Jahr für Jahr Tausende Tote Flüchtlinge an Europas
Stoppt das Sterben!
08.07.08: 14 Flüchtlinge nach Schiffbruch vor der Costa del Sol vermisst
14 Menschen sind in der Nacht zum 7. Juli 2008 nach einem Schiffbruch vor der spanischen Südküste bei Motril vermutlich ertrunken. Das mit insgesamt 37 aus Nigeria stammenden Männern und Frauen
04.07.08: Mindestens 35 Tote vor der Küste Gabuns
Mindestens 35 Flüchtlinge ertranken nach einem Schiffbruch vor der Küste Gabuns, darunter auch ein Kind.
Die Leichen wurden
am 1. Juli 2008 an der Küste nahe der Hauptstadt Libreville von
23.06.08: Wir sind besorgt über Frontex Ein Flüchtlingshelfer im Gespräch
Malta ist eines der Hauptziele von Bootsflüchtlingen im Mittelmeer.
Der kleinste EU-Staat mit 400 000 Einwohnern fühlt sich dadurch überfordert. Paul Pace ist Direktor des
Stoppt das Sterben!
Auf der Suche nach einem menschenwürdigen Leben sterben Tausende Flüchtlinge und Migranten an Europas Grenzen. Es sind Menschen, die durch Kriege, Verfolgungen, Gewalt und elende Existenzbedingungen aus ihrer Heimat vertrieben werden. Auf der Flucht drängen sie sich in winzigen Booten zusammen, verstecken sich in Lastwagen, kampieren in provisorischen Lagern oder vor hochgerüsteten Grenzanlagen.
Häufig ertrinken,
verdursten oder ersticken sie. Viele sterben an Erschöpfung.
Deutschland und die anderen EU-Staaten reagieren auf die Schutzsuchenden an den Außengrenzen mit massiver Aufrüstung und Abschreckung. Demütigungen, Misshandlungen bis hin zu illegalen Zurückweisungen an den Grenzen sind inzwischen vielfach dokumentiert.
Auch die von der
EU gegründete Grenzschutzagentur FRONTEX operiert im Mittelmeer und im
Atlantik unter Missachtung der Flüchtlings- und Menschenrechte. In internationalen
Gewässern werden Flüchtlingsboote verfolgt und zurückgedrängt.
Schutzsuchende sind so gezwungen, auf ihrer Fluchtroute immer größere
Risiken auf sich zu nehmen.
Die Gefahr, dabei zu Tode zu kommen, steigt
Das Mittelmeer
und Teile des Atlantiks entwickeln sich zu einem menschenrechtsfreien Raum.
Schutzsuchende sind so gezwungen, auf ihrer Fluchtroute immer größere
Risiken auf sich zu nehmen. Die Gefahr, dabei zu Tode zu kommen, steigt. So
macht sich Europa mitverantwortlich für das Sterben an seinen Außengrenzen.
Die Operationen
von FRONTEX sind auch aufgrund personeller und finanzieller Beteiligung Deutschlands
möglich.
Allein im Jahr 2008 werden europaweit 70 Millionen Euro Steuergelder für die Einsätze aufgewendet.
Die europäischen
Bürgerinnen und Bürger dürfen zu menschenrechtswidrigen FRONTEX
- Einsätzen und der illegalen Zurückdrängung von Flüchtlingen
nicht schweigen.
Bitte unterzeichnen auch Sie diesen Aufruf, der von PRO ASYL gemeinsam mit anderen Menschenrechtsorganisationen in vielen Ländern Europas veröffentlicht wird.
Wir fordern:
Bitte unterzeichnen und PRO ASYL senden proasyl@proasyl.de oder in
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Hiermit melde ich mich verbindlich zu der Tagung
Antisemitismus und Verharmlosung des Nationalsozialismus als Themen in der rechtsextremen Musikszene
am 4. November 2008 in Erfurt an!
Seminarleitung: Peter Reif-Spirek
Bevor er im Geschichtsunterricht überhaupt zum Thema wird, haben Thüringer Jugendliche Bilder vom Nationalsozialismus im Hinterkopf, die nicht zuletzt durch aktuelle mediale Erfahrungen geprägt werden. Zu diesem Bildvorrat gehört auch das Angebot der RechtsRockSzene, die in der Musik das ideale Mittel sieht, Jugendlichen den Nationalsozialismus zu vermitteln.
Der rechtsextreme Geschichtsrevisionismus zeigt sich nicht nur in den Texten, sondern auch in der Covergestaltung der Cds.
Die Auseinandersetzung mit dieser RechtsRockSzene, die auch in Thüringen mit Bands, Konzerten und Vertriebsstrukturen präsent ist, wird daher auch im schulischen Kontext immer wichtiger. Einen besonderen Schwerpunkt werden wir auf dieser Veranstaltung den Themen Antisemitismus und Verharmlosung des Nationalsozialismus widmen. Als Referenten stehen Ihnen Christian Dornbusch und Jan Raabe zur Verfügung, die sich durch zahlreiche Veröffentlichungen (u.a. RechtsRock Made in Thüringen) als die Experten zum Thema RechtsRock profiliert haben. Zu den sogenannten Schulhof-CDs haben sie Argumentationshilfen erstellt, die auch im Internet verfügbar sind.
Das Seminar richtet sich an Lehrer/innen aller Schulstufen und andere Interessierte. Das Seminar ist vom ThILLM als Lehrerfortbildung anerkannt.
Anmeldeschluss/Teilnahmezusage: Anmeldeschluss ist der 4. Oktober 2008. Unmittelbar nach Anmeldeschluss erhalten Sie nach Maßgabe freier Plätze die Teilnahmezusage.
Bitte melden Sie sich bis spätestens 4. Oktober 2008 schriftlich bei der
Landeszentrale für politische Bildung
Thüringen, Referat 1, Regierungsstraße 73, 99084 Erfurt
Tel: 0361/3 792710/711; Fax: 0361/3792702
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Wir brauchen unsere Versammlungsfreiheit
Wir
lassen sie uns nicht nehmen! Wir alle brauchen die Freiheit, uns zusammenzuschließen
und unseren Forderungen öffentlich Nachdruck zu verleihen. Deswegen wenden
wir uns entschieden gegen den von der bayerischen Staatsregierung vorgelegten
Entwurf eines neuen Versammlungsgesetzes.
Es bedeutet:
Eine massive Einschränkung der Demonstrationsfreiheit, z.B.
Ein Eindringen des Staates bei Veranstaltungen in Räumen, z.B.
Dies sind nur wenige Beispiele dafür, wie der Willkür Tür und Tor geöffnet werden soll.
Noch vor der Sommerpause soll dieser Anschlag auf eines unserer wichtigsten Grundrechte vom Bayerischen Landtag beschlossen werden.
DAS MÜSSEN UND KÖNNEN WIR VERHINDERN!
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illiglohn und Diskriminierung der ArbeitnehmerInnen
Wichtige
Aktionen gegen Billiglohn und Diskriminierung der ArbeitnehmerInnen aktiv unterstützen,
denn die Beschädigung der Menschen, ob Deutsche oder Nichtdeutsche, ist
keine echte Demokratie. Bezeichnend ist, dass die NSDAP/Hitler die Erwerbslosigkeit
ausnutzten konnte an die Macht zu kommen.
Die
Neonazis wiederholen es, weil:
DESHALB, ob Betroffenen oder Nichtbetroffen, ob echte/r Antifaschist/in, echte/r Anarchistiche®, echte/r Linke®, echte/r Sozialist/in, echte/r Demokratische®, echte/r Sozialdemokratische®, echte/r Grüne®, echte/r Liberale®, Parteilose® usw.., Widerstand gegen Billiglohn, für das Mindestlohn, für faire Arbeitsverhältnisse und gegen Diskriminierung durchsetzen.
Anfragen und weitere wichtige Aktionen bitte BI-Kalender@listi.jpberlin.de mitteilen!
Die Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen wird nur durchgesetzt, wenn es in vielen Städten, in jedem Landtag und an bundesweiten Aktionen SICH VIELE BETROFFENE UND NICHTBETROFFENE BETEILIGEN!!
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Gerhard Schröder erkannte Nazis als Bedrohung:
Lasst das nach, der braune Sumpf darf in Deutschland keine Chance mehr haben...
Heidelberg. Die Gefahren durch Nazis (rechtsradikale Nationalsozialisten und Extremisten) sind auch in diesen Tagen nicht nur irgendwelche Ängste oder Spinnereien von engagierten und couragierten Menschen, die sich für die Grundrechte, die Menschenwürde und die Einhaltung der Menschenrechte, etwa nach der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen (United Nations, UN) einsetzen. Bundeskanzler a. D. Gerhard Schröder erkannte die Gefahren von rechtsradikalen Nazis und Extremisten bereits im Jahr 2005.
Bei einer Rede vor 10000 Studenten und Studentinnen in der Universitäts-Stadt Heidelberg appellierte er an die Nazis:
Lasst das nach! und ergänzte, dass der braune Sumpf in Deutschland keine Chance mehr haben dürfe.
Gerhard Schröder sagte als Bundeskanzler bereits vor drei Jahren deutliche Worte gegen die schreckliche aufkommende Gefahr durch Rechtsradikale.
Drei Jahren nach einer bewegenden Rede in Heidelberg ist Gerhard Schröder zwar kein Kanzler mehr, doch die Probleme und Gefahren durch rechtsextreme Nazis sind weiterhin bestehend.
Gerhard Schröder sagte bereits im Jahr 2005: Wie wollen wir miteinander im Inneren leben? Sollen Menschen mit anderer Hautfarbe, mit anderem Glauben in unserem Land, das wir verstehen als weltoffenes Land, als tolerantes Land, Angst haben müssen? Wie sie es hatten. Und jeder, gerade hier, weiß das. Wir haben mit einem Zuwanderungsrecht, diese Angst erfüllte Debatte beendet. Wir haben dafür gesorgt, und wir wollen dass alle Organe des Staates das durchziehen, dass niemand, der anderen Glaubens ist, der andere Hautfarbe ist, Angst haben muss in diesem Land. Angst haben muss, um hier vernünftig zu leben.
Und in diesem Zusammenhang, sage ich, gegen die aufkommende schreckliche Rechte in diesem Land, manchmal unterstützt, von Leuten, die sich deren Sprache bedienen, aber glauben links zu sein: Lasst das nach!
Es darf nie wieder, eine Möglichkeit in Deutschland geben, dass die Blüten aus dem braunen Sumpf hier irgendetwas zu sagen haben, in unserem Land. Das wollen wir nicht und das werden wir verhindern"
Für diese deutlichen Worte erhielt Gerhard Schröder, die Fernseh-Aufnahmen beweisen das, den unterstützenden Beifall junger und couragierter Menschen.
Sicherlich mit den Antisozialen Reformen nach der Hartz4-Gesetzgebung, die viele Menschen in schwerste Not stürzte hat der Bundeskanzler a. D. Gerhard Schröder viele seiner Freunde, Anhänger und Sympathisanten verloren. Doch sein Standpunkt gegen den braunen Sumpf, er meinte rechtsradikale Nazi-Extremisten, waren sehr deutlich und sollten alle Menschen in Deutschland zum Nachdenken und ein Engagement für Menschenrechte und Demokratie anregen bevor Deutschland, wie 1939 in der Katastrophe eines dritten Welt-Krieges erwacht. Drei Jahre nach dieser bewegenden Rede von Gerhard Schröder in Heidelberg müssen Menschen mit anderer Hautfarbe oder anderem Glauben in Deutschland immer noch Angst um ihre Gesundheit und um ihr Leben haben.
Wie lange noch?
Wann werden die Extremisten in Deutschland lernen, dass jeder Mensch, ungeachtet der Hautfarbe, der sozialen Herkunft oder Stellung und ungeachtet des Glaubens und der weltanschaulichen Überzegungen ein uneingeschränktes Recht auf Leben hat. Wann werden die Menschen in Europa und in Deutschland lernen, dass es besser ist, ein Menschenleben zu retten und zu bewahren, als Menschen zu töten. Wir müssen alle lernen, wie Leben und Leben lassen funktioniert.
Wenn wir dies nicht möglichst schnell lernen und unser Sozial-Verhalten in das Gute ändern, dann befindet sich der Fortbestand der gesamten Menschheit in Gefahr, denn drohende Atomkriege im Iran oder Israel werden nicht auf eine Region beschränkt bleiben.
Den Hass, Tod und die Gewalt kann man nur mit Verständnis füreinander, miteinander in Liebe überwinden.
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60 Jahre Allgemeine Erklärung der Menschenrechte 1948 bis 2008:
Ein Liter Benzin ist offenbar mehr Wert als eine Stunde Arbeit eines Menschen
Berlin. Im Juni 2008 zeigte sich in Deutschland eine besondere Situation. Deutschland steht vor großer Freude einerseits. Es gibt die Hoffnung vieler deutscher Menschen, die sich ein Besuch im Fußball-Stadion noch leisten können, dass die deutsche Mannschaft vielleicht mit Erfolg zurück nach Deutschland kommt. Das ist die eine Seite Deutschlands, die gut aussieht.
Doch bei näherer Betrachtung des neuen Deutschlands, gibt es noch die andere Seite: 20 Millionen Menschen, darunter auch mehrere Millionen Kinder in Deutschland leben weit unter der Armutsgrenze. Diese Menschen sind froh, wenn diese 40 Euro haben für eine ganze Woche um Essen, Nahrung und Medikamente zu kaufen. Für eine Eintrittskarte in Höhe zwischen 40 bis 60 Euro für ein Fuball-Stadion und ein Fußball-Spiel bleibt mehr als 20 Millionen Menschen in Deutschland nicht ein einziger Cent.
Und es kommt noch schlimmer, wer denkt das sei schlimm: Die Benzin-Preise klettern auf den Höchststand von 1,55 Euro pro Liter und wenn die Benzin-Preise weiter so steigen, dann ist das einstige Ziel der Partei Die Grünen das in den Zeiten der D-Mark lautete: 5 DM für 1 Liter Benzin. bald erreicht. Nur wird man dann nach der Einführung des Euros von 2,50 Euro für 1 Liter Benzin... sprechen.
Umwelt- und Naturschutz ist ohne Zweifel wichtig und von besonderer Bedeutung. Daran besteht kein Zweifel. Die Frage muss allerdings erlaubt sein, ob sich Deutschland und die Menschen in Deutschland zur Zeit einen Benzinpreis von nahezu 2 Euro pro Liter wirtschaftlich betrachtet leisten kann. Besteht nicht die Gefahr, dass im Angesicht extrem hoher Energie-Preise die ökonomische Vorreiter-Rolle Deutschlands als Export-Weltmeister riskiert wird.
Es ist wichtig, dass auch eben weniger Finanzstarke Menschen das Recht der Bewegungsfreiheit, meint auch das Recht zu Reisen, bekannt als Reisefreiheit wahrnehmen können. Das ist bei Hunger-Löhnen von 3 Euro in der Stunde oder bei dem Bezug von Arbeitslosengeld II mit rund 345 Euro im Monat allerdings nicht mehr gewährleistet. Zum Teil wird damit auch der Weg zur Arbeit nicht mehr finanzierbar.
So werden sich viele Menschen in Deutschland wieder daran gewöhnen müssen, auch mal zehn bis 20 Kilometer zur Arbeit laufen zu müssen. Im immer härter werdenden Wettbewerb bleiben vor allem dann auch Gehbehinderte, Asthmaerkrankte und Herzkranke Menschen auf der Strecke, die sich den Liter Benzin für 2,50 Euro pro Liter nicht leisten können und auch nicht die Busfahrt von 4,80 Euro pro Einzel-Fahrtschein auf einer Strecke von rund 10 bis 20 Kilometer, um zur Arbeit zu gelangen.
Doch wer denkt es könnte nicht schlimmer kommen, irrt gewaltig, denn wer dann noch den Weg zur Arbeit schafft, muss ganz schnell lernen, dass die Arbeit eines Menschen nur noch ein 1 Euro pro Stunde Wert ist, damit wird 1 Liter Benzin rein wirtschaftlich betrachtet in der neuen Weltordnung offenbar wertvoller als die eine Stunde Arbeit eines Menschen.
Das bedeutet im Klartext, dass wenn ein Arbeitnehmer für die einfache Bus-Fahrt zur Arbeit 4,80 Euro zahlen muss, doch während eines Arbeitstages von 8 Stunden nur 8 Euro verdient, keinen einzigen Cent für acht Stunden Arbeit verdient, sondern bedingt durch die notwendige Heimfahrt die ebenso 4,80 Euro kostet, ein Minus von 1,60 Euro erarbeitet, da ein Gesamt-Preis für die Fahrten zur und von der Arbeit in Höhe von 9,60 Euro fällig wird bei einem Verdienst von 8 Euro innerhalb von 8 Stunden. Wenn Sie denken, das gibt es in Deutschland nicht, dann ist ihnen wohl noch nicht bekannt, dass es bereits seit dem Jahr 2005 die so genannten 1 Euro-Jobs gibt, auf die genau dieses Rechenbeispiel zutrifft. Wer in einem solchen Job arbeitet, gerät in noch mehr Schulden trotz Arbeit, denn von einem Verdienst kann wohl kaum mehr die Rede sein.
Was ist da noch ein Menschenleben wert, wollte man es im Vergleich zum aktuellen Stand der Benzin-Preise berechnen, was nicht möglich ist. Bleibt den Menschen in Deutschland noch die Chance auf eine Menschenwürde?
Im Jahr 1948 wurden
durch die Vereinten Nationen (United Nations, UN) die Allgemeine Erklärung
der Menschenrechte proklamiert.
Rund 60 Jahre nach der Proklamation der weltweit gültigen Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen, im Jahr 2008, haben Politiker, Politikerinnen und Wirtschafts-Lobbyisten in Deutschland offenbar vergessen, dass Sklavenarbeit weltweit und damit auch in Deutschland verboten ist.
Im Artikel 4 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen (United Nations, UN) steht geschrieben: Niemand darf in Sklaverei oder Leibeigenschaft gehalten werden; Sklaverei und Sklavenhandel sind in allen ihren Formen verboten.
Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen (United Nations, UN)
www.un.org/Overview/rights.html - www.un.org
in deutscher Sprache:
www.unhchr.ch/udhr/lang/ger.htm
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Vor einem Jahr verhungerte André Kirsch / Weitere Menschen in Gefahr Wo sind die Helfer und Lebensretter?
Gedenken an die Opfer sozialer Kälte in Deutschland
Wer hilft schon einer Frau und einen Mann in Not? Gedenken an die Opfer und das Vergessen der Menschen in Not, die noch leben
Speyer/Ludwigshafen
am Rhein./ Kommentar Vor rund einem Jahr , im April 2007, am 11.
April verhungerte in der Stadt Speyer am Rhein der 20jährige lernbehinderte
André. Der junge Mann war zudem an einer Depression erkrankt. Seine Mutter
hat sich damals durch Mangel- und Unternährung in großer Gefahr für
Leben und Gesundheit befunden. Die Mutter konnte im Krankenhaus gerettet werden.
André wurde ein Opfer sozialer Kälte in Deutschland. Ihm wurde die
Hilfe zum Leben verweigert.
Die Behörden
und die Gesellschaft im Allgemeinen haben versagt, ein Menschenleben zu retten.
Rettung wäre einfach möglich gewesen. Das Verhungern eines lernbehinderten
und kranken Menschen hätte in Deutschland nicht geschehen dürfen,
insbesondere deshalb, weil kranke Menschen besonders des Schutzes bedürftig
sind und Deutschland kein Armutsland, rein finanziell betrachtet, ist.
Die Situation
in Deutschland ist nicht vergleichbar mit der Situation in Asien und in Afrika.
Dort versagen wir täglich, so sollten wir zu-mindest im eigenen
Land, in Deutschland, die Chance nutzen, nicht zu versagen, wenn es darum geht,
Menschenleben zu retten und manchmal ganz einfache Hilfen zu leisten. Es ist
sicher wichtig, der Menschen zu gedenken, die in diesem Land gestorben sind.
Doch noch wichtiger
ist es, an die Menschen zu denken, denen wir mit einfachen Mitteln, etwa dem
Spenden von Geld und seien es nur hier und da einmal 5 oder 10 Euro auf so einfache
Weise helfen können.
Umso mehr sollten wir es als unsere VERPFLICHTUNG sehen, ungeheuchelte Liebe zu zeigen für Menschen in Not, ungeachtet dessen, aus welchen Gründen diese in Not geraten sind.
Wir sollten Menschen in Not helfen, ungeachtet dessen ob, Frauen, Kinder oder Männer.
Zur Zeit hungern mindestens zwei Menschen, eine Frau und ein Mann, in Deutschland und wir haben jetzt alle die Chance weitere Hungertote in Deutschland zu verhindern, in dem wir helfen, Schöpfung und Leben, das Leben von Menschen zu bewahren und wenn es sein muss auch zu retten vor sozialer Kälte in Deutschland. Gute Worte alleine genügen nicht, es müssen die guten Taten folgen.
Meines Erachtens
macht es wenig Sinn nach den Verantwortlichen zu suchen, die für den Tod
von André verantwortlich sind.
Er befindet sich außerhalb unserer Erreichbarkeit.
Eine Frau und ein Mann befinden sich mitten unter uns in Deutschland in Not und so glaube ich, ist es jetzt viel wichtiger nach den Menschen mit Verantwortung zu suchen, die bereit sind, Verantwortung in der Tat und Wahrheit zu übernehmen und das Leben von Menschen zu erhalten, sprich einfach zu helfen nach den Gnadengaben, die uns Gott geschenkt hat.
Kein Mensch in
Deutschland kann seinen Reichtum, seine Goldschätze oder sein Geld mit
ins Grab nehmen und wem würde es dort helfen? Reichtum, den ich als Gnadengabe
verstehe, allerdings selbst nicht besitze, in Form von Geld, Silber und Gold,
verpflichtet in der Verantwortung mit den Menschen zu teilen, die diese materiellen
Segnungen aus welchen Gründen auch immer nicht erfahren konnten.
Das Gedenken an die Opfer sozialer Kälte und die Menschen in Not die noch leben ist eine gute Möglichkeit nicht nur über Solidarität und echte Hilfe zu sprechen, sondern gemeinsam für das Gute zu wirken und Gemeinsamkeit, Verbundenheit, Verantwortung und Hilfe zu leben.
Vielleicht sollten wir alle mehr den Retter-Sinn in uns entdecken.
Vor kurzem sagte mir ein Feuerwehrmann der Stadt Ludwigshafen am Rhein aus sehr traurigem Anlass, dass es ein Glücksgefühl bereitet, wenn es gelingt ein Menschenleben zu retten. Vielleicht soll-ten wir dieses Glücksgefühl auch für uns selbst zulassen, in dem wir andere Menschen mit etwas Geld oder sonstigen Geschenken, die zum Leben nützlich sind, dienen und helfen.
Ein Leben zu retten ist nicht immer so schwer, man muss nicht immer Held sein, manchmal genügt es schon, wenn sich 10 bis 20 Menschen finden, die bereit sind etwas Geld oder andere Dinge zu spenden und zu schenken. Vielleicht sollten wir das Glücksgefühl er-leben dürfen, dass es auch in schwierigen Zeiten möglich ist, Hilfe zu leisten. Die Generationen vor uns gaben uns hier und da ein Beispiel wie man auch schwere Formen der Hungersnot gemeinsam in Deutschland überleben kann. Gegen soziale Kälte gibt es einige gute Mittel, die wirken: Liebe, Hilfsbereitschaft und sich der Verantwortung auch für Mitmenschen bewusst zu sein es ist nicht so schwer, zu helfen, wir dürfen, können und müssen es wagen.
Wenn jeder dazu bereit ist, von der Last des anderen Menschen einen kleinen Teil zu tragen, dann bricht der einzelne Mensch unter kaum nehmbaren Lasten nicht zusammen, sondern die Last kann auf viele Schultern verteilt werden, ohne dass dabei ein Mensch, insbesondere Frauen oder behinderte Menschen in Deutschland, schwerste Not und Leid ertragen müssen.
Es ist die richtige Zeit dafür, mit Liebe, anderen Menschen ungeheuchelt zu helfen und es zuzulassen ein Glücksgefühl erleben zu dürfen für die Helfer und für die Hilfenehmer.
Dies ist eine gute Möglichkeit nicht nur über Solidarität und echte Hilfe zu sprechen, sondern gemeinsam für das Gute zu wirken und Gemeinsamkeit, Verbundenheit, Verantwortung und Hilfe zu leben. Christiane Philipp ist eine begabte Frau und Künstlerin in Not. Sie ist in unserer Erreichbarkeit, um einer Frau in Not zu helfen.
In diesem Sinne
bitte ich Sie heute einer Frau in Not in Ettlingen, Christiane Philipp, zu helfen.
Spenden sind möglich auf das Konto:
Christiane Philipp bei der Commerzbank Ettlingen, Konto-Nummer 46 18 963, Bankleitzahl 66040018.
Mehr Informationen bei
im Internet.
Den Tod von André Kirsch können wir nicht ungeschehen machen, er verhungerte vor einem Jahr, doch wir können in diesem Jahr den nicht notwendigen Tod durch Verhungern von Menschen in Deutschland verhindern, in dem wir uns nicht verhalten, wie die Heuchler, sondern in der Liebe und in der Tat und Wahrheit helfen.
Darum bitte ich Sie DANKE!
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Der Bücherfreund empfiehlt:
Trotz der Sommerhitze im Juni erhielt ich ein Buch, das mich ein verwöhnter Bücherwurm überraschte:
George W. Bush und der fanatische Krieg gegen den Terrorismus Eine psychoanalytische Studie zum Autoritarismus in Amerika.
Es wurde erarbeitet von Hans Dieter König, ein Professor, ein Magister der Philosophie, Philosophie und Sozialpsychologie der in Frankfurt a.M. lehrt. Er praktiziert zugleich auch als Psychoanalytiker in Dortmund.
Als Dozent am Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie unterrichtet er in Düsseldorf.
Erschienen ist das Buch 2008 im Psychosozial-Verlag in Gießen, ISBN 078-3-89806-798-8.
Der Autor untersucht an exemplarischen Reden von George W. Bush deren Wirkung auf Zuhörer und Leser. Der Wahlsieg von George W. Bush im November 2004 ist ein Beispiel dafür, wie irrational sich die Mehrzahl der Wahlberechtigten in den Vereinigten Staaten politisch verhalten kann:
Warum haben
51% der USA-Bürger einem Präsidenten zu einer zweiten Amtsperiode verholfen, in dessen Regierungszeit die Staatsverschuldung auf über vier Billionen Dollar stieg und sich der Haushaltüberschuss von 236 Milliarden Dollar innerhalb von vier Jahren in ein Defizit von 420 Milliarden verwandelte.
Warum haben
sie durch ihre Wahlentscheidung die gigantischen Aufrüstungsprogramme des Präsidenten unterstützt, von denen vor allem die Rüstungskonzerne profitierten und profitieren?
Warum hat
die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger auf einen republikanischen Präsidenten gesetzt, der durch riesige Steuersenkungen die Reichen reicher und die Armen zahlreicher und ärmer gemacht hat?
Warum haben
viele Wahlberechtigte einem Präsidenten das Vertrauen aus-gesprochen, der sie belogen hat, um den Irakkrieg zu führen, und dessen moralischer Anspruch; Freiheit und Demokratie in den nahen Osten zu bringen, spätestens durch die in Guantanomo Bay und Abu Ghureib praktizierten Foltermethoden widerlegt worden ist?
Warum haben
sie Bush geglaubt, dass der Afghanistankrieg und der Irakkrieg im Nahen und Mittlern Osten dazu geführt haben, dass sich immer mehr Muslime dem fanatischen Kampf der islamitischen Terroristen gegen Amerika angeschlossen haben?
Eine Antwort auf
diese Fragen gibt dieses Buch aus der Perspektive einer politischen Psychologie,
die in der Tradition der Max Horkheimer entwickelten kritischen Gesellschaftstheorie
die Psychoanalyse als Forschungsinstrument nutzt, um Fragen nach der Bedeutung
der Subjektivität zu untersuchen, welche die Soziologie in dieser Weise
nicht beantworten kann.
Wer über
den Terrorismus sowie die Kriege im Irak und in Afghanistan mitreden will, der
sollte zuerst dieses Buch lesen, auch wenn es mangels psychologischer Fachkenntnisse
mühsam sein kann.
Abschließend ein Ratschlag für Laien:
Lesen sie zuerst am Anfang die Einleitung und am Ende des Buches die Zusammenfassung, dann sind die Darlegungen zu den psychoanalytischen Methoden leichter zu verstehen.
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Jahrbuch der Gerechtigkeit:
Den Riss zwischen West- und Ostdeutschland endlich überwinden Das Leistungsdefizit der neuen Bundesländer betrug 2005 rund 113 Mrd. , die alten Bundesländer machten einen Vereinigungsgewinn von rund 100 Mrd. .
31 Kirchen, kirchliche Werke, Dienste und Organisationen präsentierten den III, Band des Jahrbuches Gerechtigkeit. Nach Armut und Reichtum (Band II) ist diesmal der Titel:
Zerissenes Land Perspektiven der deutschen Einheit (Publik-Forum Verlagsgesellschaft mbH, Pf. 2010, 61410 Oberursel, ISBN 978-3-88095-163-1)
Die Kernaussagen des Werkes fasste Klaus Heidel von der Werkstatt Ökonomie e.V. Heidelberg er ist einer der Geschäftsführer des Herausgeberkreises und der Redaktion bei der Vorstellung des Buches kurz wie folgt zusammen:
Siebzehn Jahre nach der Wiedervereinigung ist der Riss zwischen West- und Ostdeutschland noch längst nicht geschlossen er wird sogar wieder breiter. Zugleich haben sich die regionalen Ungleichheiten in den neuen Bundesländern verschärft. Deshalb sind neue Initiativen zur Überwindung des Risses zwischen West- und Ostdeutschland dringend erforderlich.
Das Buch umfasst Beiträge von 20 Autoren aus West und Ost, darunter Dr. Edelbert Richter aus Weimar sowie von der Ostdeutschlandforschung Dr. habil. Busch, Dr. Nölting und Dr. Babette Scurrell. Die Autorinnen/Autoren haben in ihren Bei-trägen herausgearbeitet, dass das Ausmaß des sozialen und wirtschaftlichen Gefälles zwischen den alten und den neuen Bundesländern von der Politik und der Öffentlichkeit zunehmend unterschätzt wird und dessen Ursachen nur unzureichend bestimmt werden. So herrscht heute die Auffassung vor, dass an die Stelle des alten Risses zwischen West und Ost regionale Unterschiede im gesamten Deutschland getreten seien. Insgesamt nehme nämlich die regionale Differenzierung zwischen wirtschaftlich starken und schwachen Regionen aufgrund der Globalisierung in Deutschland insgesamt zu. Diese Vorstellungen verkennen die Realitäten. Sicherlich ist beachtliches in den neuen Bundesländern geleistet worden, aber die Fortsetzung des Versuchs, die westdeutsche Entwicklung, ins-besondere das Wirtschaftswunder der 50er Jahre in den neuen Bundesländern nach 1990 nachzuholen, ist zum Scheitern verurteilt.
Die verschiedenen Beiträge zeigen die Unterschiede zwischen Ost und West. Zusammenfassend machen diese z.B. folgende Fakten und Prozesse deutlich:
Aufschlussreich war für mich die Darstellung, dass nur jene Teile der ostdeutschen Wirtschaft erhalten oder ausgebaut wurden, die wichtige Funktionen für die westdeutsche Wirt-schaft erfüllten oder doch zumindest nicht in gefährlicher Konkurrenz zu ihr standen und oder treten. Von der Modernisierung haben z.B. die Dörfer nichts; denn vor- und nachgelagerte Bereiche -vom Saatgutproduzenten bis zur Wurstfabrik- sind aus den Dörfern verschwunden. Stattdessen sind die modernen agrarischen Großbetriebe Teil von Wertschöpfungsketten, die überall hinreichen, nur nicht in die Region.
Oder
In seinen einführenden Darlegungen zum Jahrbuch der Gerechtigkeit stellt Klaus Heidel fest, dass besondere Anstrengungen nötig sind, um in Ostdeutschland einer Wirtschaftentwicklung mit Zukunft anzustoßen. Deshalb wird auch auf die Transferzahlungen an die neuen Bundesländer auf absehbare Zeit nicht verzichtet werden können. Allerdings wird sich deren Wirkungsweise ändern müssen. Gegenwärtig stützen sie in zu hohem Maße den Konsum, der mit westdeutschen Produkten befriedigt wird. Auf diese Weise schaffen sie Arbeitsplätze im Westen und nicht im Osten. So sind Anfang der 1990er Jahre aufgrund der deutschen Wiedervereinigung im Westen 1,8 Millionen neue Arbeitsplätze entstanden. Das westdeutsche Bruttoinlandsprodukt liegt seit 1990 vereinigungsbedingt um rund 5 Prozent über dem Wert, den es den Wirtschaftswachstumstrend seit 1970 unterstellt ohne Wiedervereinigung erreicht hätte.
Das Buch ist gewissermaßen auch ein Nachschlagewerk, denn es enthält viele Tabellen und vor allem grafische Darstellungen z.B. über die Bevölkerungsentwicklung in West und Ost, über die Wanderungsverluste über das Schrumpfen ost-deutscher Kernstädte, über die Wirkungszusammenhänge der Transferleistungen, über die Veränderung der Schülerzahlen und der Schulen, über die Arbeitslosigkeit, über die Abnahme der Erwerbslosen im Osten, über die Wirtschaftskraftentwicklung, über den Zusammenhang von Wirtschaftskraft und Arbeitslosigkeit, über die Überschuldung in Ost und West (darunter speziell auch Berlins), über das Ost-West-Gefälle der kommunalen Steuereinnahmen, über die hohe Unzufriedenheit im Osten und die fallende Lebenszufriedenheit, über die regionalen Unterschiede in Ost und West.
Natürlich fehlen auch nicht Darstellungen über das verfügbare Einkommen (Markteinkommen = Einkommen aus Erwerbslosigkeit und Vermögenseinkommen plus empfangene monetäre und sonstige Transfer abzüglich geleistete Steuern, Sozialbeiträge und Einkommen privater Organisationen ohne Erwerbszweck, z.B. Kirchen und Parteien) der privaten Haus-halte je Einwohner, denn damit lässt sich der monetäre Wohlstand regionaler Einheiten abbilden. In Deutschland reicht die Spanne der verfügbaren Einkommen privater Haushalte je Einwohner von 13.023 Euro (Weimar) bis 27.645 Euro in Starnberg.
In keinem anderen Bundesland ist das verfügbare Einkommen regional so ungleich verteilt wie in Bayern. Dort liegt der niedrigste Wert mit 14.944 Euro im Landkreis Freyung-Grafenau um 45,9% unter dem Höchstwert (Starnberg). In Thüringen ist Suhl der Landkreis mit dem höchsten durch-schnittlichen verfügbaren Einkommen (16.621 Euro). Schlusslicht Weimar unterschreitet diesen ostdeutschen Höchstwert nur um 21,6%. Wie Thüringen weisen auch Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern keine sehr großen regionalen Unterschiede auf.
Dort übersteigt deren Durchschnitt in keinem Landkreis den Wert von 15.000 Euro.
In Brandenburg und Sachsen sind die regionalen Unterschiede etwas größer.
Das West-Ost-Gefälle
ist ausgeprägt: im deutschen Schlusslicht Mecklenburg-Vorpommern bleibt
der Durchschnittswert aller Landkreise (Median) um 28% hinter dem entsprechenden
Wert Baden-Württembergs zurück.
All dies ist nicht zukunftsträchtig.
Es wird
höchste Zeit, dass neue Entwicklungspfade für die neuen Bundesländer
beschritten werden. Hierfür wirbt das Jahrbuch Gerechtigkeit III,
stellt Klaus Heidel abschließend in seiner Einführung fest.
Aus meiner Sicht bietet das Jahrbuch III wie die Ausgaben I und II handfeste Grundlagen für Diskussionen über die politischen, sozialen, ökonomischen und ökologischen Bedingungen zwischen und in den beiden Teilen unseres wiedervereinigten Heimatlandes.
(Die Daten, die im Buch angeführt werden, basieren vor allem auf Ermittlungen und Berechnungen der statistischen Ämter, aber auch z.B. auf Berechnungen von Lehmann, Ludwig und Ragnitz vom I.W.H in Halle)
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Der Umweltschützer hat das Wort:
Neues vom Umweltbundesamt (UBA) - Es gibt teils eine erfreuliche Entwicklung, aber es sind auch weitere Anstrengungen erforderlich
Eine Broschüre des UBA gibt Aufschluss zu 44 Umweltindikatoren über die Fortschritte beim Umweltschutz und kennzeichnet zugleich jene Bereiche, in denen besondere Anstrengungen weiterhin erforderlich sind.
Eine erfreuliche Entwicklung wird z. B. für nachstehende Umweltindikatoren ausgewiesen:
Besondere Anstrengungen sind künftig z. B. bei folgenden Umweltindikatoren erforderlich:
(Die Umweltdaten Deutschland Umweltindikatoren finden interessierte Leser im Internet unter www.umweltdaten.de; sie können herunter geladen werden.
Eine Druckfassung in deutsch oder englisch kann kostenlos beim Umweltbundesamt, c/o GVP, PF 33 03 61, 53183 Bonn oder per eMail unter uba@broschuerenversamt.de bestellt werden)
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Wussten
Sie schon,
Wussten Sie schon,
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Walnuss Baum des Jahres
2008-01-09
Die Walnuss (Juglans regia L.) wurde durch die Römer in weiten Teilen Süd-,
West- und Mitteleuropas eingebürgert. Etwa 800 unserer Zeitrechnung gelangte
der Baum nach Süddeutschland. Angebaut wird er heute auf der gesamten Nordhalbkugel
in der gemäßigten Zone, auch in China und Nordamerika, vor allem in
Kalifornien. In Deutschland ist der Bestand durch übertriebene Nutzung
und mangelnde Nachpflanzung stark zurückgegangen. Daher wurde der Walnussbaum
zum Baum des Jahres 2008 erwählt.
Walnussbäume werden bis zu 25 m hoch und können ein Alter von 150 Jahren erreichen. Da ihr Umfang sehr groß wird, werden sie häufig als Zierde für Hausgärten angepflanzt, wenn die Fläche mehr als 600 m2 beträgt.
Die Rinde ist in der Jugend glatt und aschgrau. Im alter entwickelt sie sich zu einer tiefrissigen dunkelgrauen Borke. Die Blätter sind unpaarig gefiedert und erreichen eine Länge bis zu 30 cm. Durch den Duft seiner Blätter hält ein Walnussbaum im Garten unliebsame Fliegen und Mücken fern. Die Blüten werden durch den Wind bestäubt. Anfang Oktober sind die Walnüsse reif und fallen entweder mit geplatzter oder ganz ohne Fruchtkapsel zu Boden.
Die holzige zweiklappige Schale enthält die runzlich gelappten ölhaltigen und sehr wohlschmeckenden Nüsse (sie sind die liebste Leckerei meines Freundes), die auch gern unreif verzehrt wert werden. Wer jeden Tag eine Hand voll Walnüsse verzehrt, beugt Herz Kreislauf-Erkrankungen vor.
Keine andere Nuss enthält so viel OMEGA 3 Fettsäuren wie die Walnuss. OMEGA 3 Fettsäuren hemmen Entzündungen der Arterien und senken den Blutdruck. Walnüsse finden beim Backen, in Müsli, in Salaten und Süßspeisen vielseitige Verwendung.
Die Walnuss ergibt auch ein wertvolles Speiseöl. Walnussblättertee ist beim Durchfall sowie Magen-Darm-Erkrankungen zu empfehlen und hat eine blutreinigende Wirkung. Ein Bad mit dem Sud der Blätter hilft auch bei Hauterkrankungen wie Schuppenflechte, Akne, Allergien, juckenden Ausschlägen und schlecht heilenden Wunden. Früher kochte man von der grünen Fruchtschale und den Blättern einen Sud, mit dem man Pferde einrieb, um sie vor Insekten zu schützen.
In der Tierwelt sind die Walnüsse insbes. für Eichhörnchen, Mäuse und Krähen eine begehrte Beute. Unermüdlich schleppen sie Nuss für Nuss in Winterquartiere oder vergraben sie. Da oft nicht alle diese Wintervorrat-Verstecke von den Tieren wieder gefunden werden, sprießen im folgenden Frühjahr junge Pflanzen an den seltensten Orten zu entdecken.
Das schön gefaserte Holz der Walnussbäume gab vor allem den Biedermeier-Möbeln ein edles Aussehen. Auch zu Gewehrkolben wurde es verarbeitet. Walnussbaumholz gehört derzeit zu den teuersten Hölzern Europas.
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Fristlose Kündigungen Protestierender
19.06.08
- Acht Kollegen der Leiharbeitsfirmen Wico und Adecco, die im Cockpit, am PCI-Band
und der Sequenzierung bei Opel Bochum arbeiten, wurden gestern frist-los gekündigt
und mussten wie Verbrecher das Werksgelände sofort verlassen
(aus einer Extra-Ausgabe der Opel-Kollegenzeitung Blitz von heute).
Sie hatten sich wegen höherer Löhne entschlossen beim Betriebsrat
informiert. Ganz schön mutig, aber so geht es ja auch nicht weiter,
so der Kommentar eines Kollegen zu dieser Protestaktion.
Im Blitz von heute heißt es:
Jetzt ist der Zusammenhalt aller Leiharbeiter und der ganzen Belegschaft gefordert:
Diese Auseinandersetzung
ist bundesweit wichtig: Immer mehr reguläre Arbeitsplätze werden vernichtet,
die Kollegen in Leih-arbeit und damit in rechtlosere Arbeitsverhältnisse
gedrängt. Im letzten Jahr nahm die Leiharbeit um 22 Prozent zu. In der
Metallbranche kommen im Durchschnitt inzwischen auf 100 Beschäftigte sechs
Leiharbeiter.
Viel beachtete Solidaritätsaktion am Opel-Tor in Bochum
08.07.08 - Der Solidaritätskreis für die Wiedereinstellung der gekündigten Leiharbeiter bei Opel informiert in einer Pressemeldung über die gestrige Aktion vor dem Opel-Werk 1. Darin heißt es:
Den acht gekündigten Leiharbeitern bei Opel wurden auf der Protestaktion Glückwünsche für ihren mutigen Schritt überbracht, gegen die Hungerlöhne von 7,20 Euro Bruttostundenlohn zu kämpfen. (...) Breite Solidarität zeigten die Delegationen von der Montagsdemo Bochum, Gelsenkirchen, Recklinghausen, Hattingen, Witten und Dortmund; aus den Betrieben von Hoesch-Spund-wand Dortmund, Johnson-Controls, Bochumer Verein Verkehrstechnik, Küppersbusch-Gelsenkirchen und natürlich von Opel-Arbeitern, die auch während ihrer Pause an der Aktion teilnahmen.
Wir
dürfen uns nicht in Stammbelegschaften und Leiharbeiter spalten lassen.
Die Leiharbeiter brauchen die gleichen Löhne und die gleichen Rechte wie
alle Kollegen. Euer Kampf ist Vorbild für alle Belegschaften betonten
alle Beiträge der Redner am offenen Mikrofon.
Gerd Pfisterer (Betriebsratsvorsitzender bei Hoesch-Spundwand-Dortmund):
In
unserem Betrieb bekommen die Leiharbeiter denselben Lohn wie die anderen Kollegen,
sie nehmen an den Betriebsversammlungen und alle für die Wiedereinstellung
der gekündigten Leiharbeiter bei Opel an gewerkschaftlichen Aktivitäten
teil und wenden sich selbstverständlich an den Betriebsrat, wenn Sie Fragen
haben. Für uns sind die Leiharbeiter Teil der Beleg-schaft! Wir haben alle
ein gemeinsames Interesse im Kampf gegen Niedriglöhne, wachsende Armut
und politische Entrechtung!
Die Vertreter der MLPD (Landesleitung NRW und Kreisleitung Bochum) warfen die Frage auf, was das für ein System ist, in dem den Menschen solche Zustände für die Wiedereinstellung der gekündigten Leiharbeiter bei Opel zugemutet werden und dass die Arbeiter im echten Sozialismus diese Ungerechtigkeiten beseitigen werden.
Denn
dann steht nicht der Profit, sondern der Mensch im Mittelpunkt.
Die Leiharbeiter bedankten sich bei der Betriebsrätin Annegret Gärtner-Leymann für ihre Unterstützung. Sie verwehrten sich gegen die Unterstellungen des Betriebsratsvorsitzenden Rainer Einenkel, die Betriebsrätin hätte die Leiharbeiter ins offene Messer laufen lassen:
Sie hat keinen Fehler gemacht - und wir auch nicht!
Bisher eingegangene 588 Unterschriften und über 5.000 Euro Spenden zeigen: die Leiharbeiter haben einen Stein ins Rollen gebracht!
Der Höhepunkt der Aktion war das Aufhängen der beiden Transparente an der Fußgängerbrücke über der (Anmerkung: viel befahrenen) Wittenerstraße:
Hier
lässt OPEL für 7,20 Euro Stundenlohn Ihr Auto bauen! und 8
gekündigte Leiharbeiter wieder einstellen!
Solidaritätskreis für die Wiedereinstellung der gekündigten Leiharbeiter bei
Opel Gisela Stein-Gallach, Frankenweg 38, 44867 Bochum.
Telefon: 0176-963 998 63; E-Mail: SOLI-LEIHARBEITER@GMX.DE
Homepage:
WWW.SOLIKREISLEIHARBEITER.WORDPRESS.COM
Aktuelle Meldung: Die Angst der Opel-Geschäftsleitung vor zwei Transparenten Bochum (Korrespondenz),
08.07.08: Die Geschäftsleitung von Opel forderte die Polizei heute auf, die beiden bei der Aktion am Vortag aufgehängten Transparente von der Brücke über der Wittenerstraße zu entfernen. Auf den weithin sichtbaren Transparenten stand:
Hier
lässt OPEL für 7,20 Euro Stundenlohn Ihr Autobauen! und 8
gekündigte Leiharbeiter wieder einstellen!
Die Polizei sah keinen Anlass, der Aufforderung nachzukommen und bestätigte, dass alles ordnungsgemäß geregelt war: Auf der Rückseite der Transparente waren in Klarsichthüllen verpackt in großer Schrift folgende Hinweise angeheftet:
Achtung!
Diebstahl wird geahndet. Diese Transparente hängen hier mit Einverständnis
der Firma Möbel Hardeck, die diese Werbeflächen gemietet hat. Dafür
Dank an die Firma Möbel Hardeck! Der Solidaritätskreis (Name, Adresse)
Nachdem die Opel-Geschäftsleitung
begriffen hatte, dass sie ein Problem mit dem Abhängen der Transparente
hat, wandte sie sich direkt an Hardeck.
Die beiden Transparente wurden dann von der Firma entfernt und dem Vertreter des Solikreises erst auf Nachfrage ausgehändigt. Plötzlich hieß es, sie hätten die Anfrage des Solikreises missverstanden und gedacht, diese komme im Auftrag der Geschäftsleitung von Opel!?
Homepage:
WWW.SOLIKREISLEIHARBEITER.WORDPRESS.COM
Aktuelle Meldung: Die Angst der Opel-Geschäftsleitung vor zwei Transparenten Bochum (Korrespondenz),
08.07.08: Die Geschäftsleitung von Opel forderte die Polizei heute auf, die beiden bei der Aktion am Vortag aufgehängten Transparente von der Brücke über der Wittenerstraße zu entfernen. Auf den weithin sichtbaren Transparenten stand:
Hier
lässt OPEL für 7,20 Euro Stundenlohn Ihr Autobauen! und 8
gekündigte Leiharbeiter wieder einstellen!
Die Polizei sah keinen Anlass, der Aufforderung nachzukommen und bestätigte, dass alles ordnungsgemäß geregelt war: Auf der Rückseite der Transparente waren in Klarsichthüllen verpackt in großer Schrift folgende Hinweise angeheftet:
Achtung! Diebstahl wird geahndet. Diese Transparente hängen hier mit Einverständnis der Firma Möbel Hardeck, die diese Werbeflächen gemietet hat. Dafür Dank an die Firma Möbel Hardeck! Der Solidaritätskreis (Name, Adresse)
Nachdem die Opel-Geschäftsleitung begriffen hatte, dass sie ein Problem mit dem Abhängen der Transparente hat, wandte sie sich direkt an Hardeck.
Die beiden Transparente wurden dann von der Firma entfernt und dem Vertreter des Solikreises erst auf Nachfrage ausgehändigt. Plötzlich hieß es, sie hätten die Anfrage des Solikreises missverstanden und gedacht, diese komme im Auftrag der Geschäftsleitung von Opel!?
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Wenn man sich nicht wehrt und an Aktionen nicht beteiligt, wird der Rechtsextremismus wachsen
Bezüglich der wachsenden rechtsextremen Kundgebungen, der Gefahr, dass die NPD 2009 in dem Thüringer Landtag gewählt wird und die Diskriminierung, Antisemitismus und Rassismus ständig wachsen, bitten wir Sie ernsthaft, sich aktiv dagegen zu wehren, den 18. Ratschlag zu unterstützen und helfen, dass sich möglichst viele beteiligen.
Der 18. Ratschlag ruft auf am 7. und 8. November, sich in Erfurt an den Demos/Mahngängen und den Workshops gegen Diskriminierung, Antisemitismus, Rassismus und Nationalismus zu beteiligen!
Der Neonazismus
und die Beschädigung der Menschen wird wieder gewaltig wachsen, wenn man
wieder die unter-schiedlichen Parteienmitglieder, Initiativen und Organisationen
nicht respektiert, man keine ernsthafte Bündnisarbeit macht, ein Teil der
Polizei, der Justiz und Regierungen die Antifas kriminalisiert und die Diskriminierung
fortgesetzt wird.
Der Neonazismus kann nur gestoppt werden, wenn man sich beteiligt und die Beschädigung der Menschen, ob Deutsche oder Nichtdeutsche, ob Juden ob Antifas und Andere, nicht duldet!
Die Beschädigung, Niederschlagung und Ermordung von Migranten, Flüchtlingen, Juden, Antirassisten, Anti-Antisemiten, Antifaschisten und Anderen, wächst weil die Nazis wenig behindert werden und sogar Menschen töten können, weil die Mehrheit der BürgerInnen es duldet und ein Teil der Polizei, Justiz und Regierungen Widerstand kriminalisieren.
Die meisten Menschen sind seit 1991 von Neonazis niedergeschlagen und ermordet worden:
Beschädigung der Flüchtinge 1993 bis 2007:
Durch staatliche Maßnahmen der BRD kamen seit 1993 mindestens 370 Flüchtlinge ums Leben durch rassistische Übergriffe und Brände in Flüchtlingsunterkünften starben 81 Menschen.
Die NSDAP konnte 1933 an die Macht kommen, weil anders als in anderen Ländern, sich nur wenige gewehrt haben und es fast keine Bündnisgegenwehr gab. Heute wächst die Gefahr wieder durch das falsche Verhalten der Regierungen, der Parteien, der Justiz, der Polizei und dem geringen Widerstand.
Bitte sich gemeinsam wehren!!
18. Thüringer Ratschlag in ERFURT
7. Nov. 19 H, von Alte Synagoge, Waagegasse 8, zum Besetztes Haus, Rudolstädter Str. 1: MAHNGANG
8. Nov. 9:30 H, von Synagoge, Juri-Gagarin-Ring 16, zum 18. Ratschlag, Altonaer Str. 25: DEMO
8. Nov. 11:30 H, Fachhochschule, 18. RATSCHLAG WORKSHOPS:
Workshop 1: Die Zerschlagung der Gewerkschaften am 2. Mai 1933. Gewerkschaften vor 1933 und was man hätte besser machen können
Workshop 2: Topf und Söhne: Vergangenheit, - Gegenwart - Zukunft
Workshop 3: Flüchtlinge in Thüringen: Lebenssituation, Selbstorganisation, Integration
Workshop 4: Kommunalpolitischer Ratschlag: Handlungsempfehlungen für die Kommunalwahl 2009
Workshop 5: Rechtsextremismus in Gewerkschaft und Gesellschaft
Workshop 6: Arbeitstitel: Autoritärer Staat und fiese Tricks der Polizei - wie kann Mensch sich dagegen wehren?
Workshop 7: Europa der Vaterländer vs. Vaterland Europa"?
Workshop 8: Handlungsstrategien gegen Rechts: Die Antifaschistische Koordination Erfurt
Workshop 9: Versteckspiel - Zeichen und Symbole der rechtsextremen Szene
Workshop 10: Nazis in Nadelstreifen
Workshop 11: Homo Sacer und Die Zigeuner. Antiziganismus. Überlegungen zu einer wesentlichen und deshalb vergessenen Variante des Rassismus im Kapitalismus
Workshop 12: Weißsein in Deutschland Workshop 13: Rechtsextremismus in Europa
Workshop 14: Rechte Kapitalismuskritik
Weitere wichtige Hinweise in http://www.lag-antifas-welt.de/index-ratschlag.html
Infos, Plakate, Aufkläber und Zeitung karussell-Gegenwind bei LAG-TH@web.de bestellen!
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Zehn Jahre Widerstand und internationale Solidarität
Die Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen feiert vom 02. bis zum 05. Oktober 2008 in Weimar/Jena, Thüringen, ihr zehnjähriges Jubiläum. Unter dem Motto Zehn Jahre lang Widerstand und internationale Soldarität laden wir alle Interessierten ein, nach Jena zu kommen, um die aktuellen Proteste des Flüchtlingsforums THE VOICE gegen die staatliche Unterdrückung von migrantischen Kämpfen in Thüringen zu unterstützen, um Solidarität zu zeigen und um Erfahrungen auszutauschen und Pläne für die Zukunft zu machen.
Die Entwicklung der Karawane
Die Geschichte der Karawane begann im Sommer 1998 mit einer sechswöchigen Protesttour durch 44 Städte unter dem Slogan: Wir haben keine Wahl, aber eine Stimme!" Ermutigt durch die Solidarität von GenossInnen und KollegInnen von mehreren Kontinenten griffen wir direkt vor der Bundestagswahl 1998 den rassistischen Konsens in Deutschland an.
Unter diesem Slogan zeigten wir die schlimmen Lebensbedingungen für Flüchtlinge in Deutschland auf, indem wir unsere unmenschliche Behandlung hier und die Situationen, die uns zur Flucht aus unseren verschiedenen Heimatländern gebracht hatten, offen schilderten und sie verurteilten. Diese Tour bedeutete auch den ersten koordinierten bundesweiten Kampf gegen das staatlich organisierte institutionelle und gesellschaftliche System der rassistischen Ausgrenzung, der Verfolgung und der Abschiebung in eine Anzahl von Ländern in verschiedenen Weltgegenden. Als wir den Kampf fortsetzten, legten wir die Grausamkeit und den Schrecken offen, den die Asylpolitik der EU unter deutscher Vorherrschaft bedeutet, aber wir zeigten auch unsere Entschlossenheit zum Widerstand und zur Solidarität gegen die täglichen Angriffe auf unsere Menschenwürde und auch auf unsere Kinder und unsere Familien.
Seit unserer Gründung vor zehn Jahren führen wir eine dauernde Kampagne, um unsere Rechte als Menschen zu verteidigen. In zahllosen Aktionen und verschiedenen Kampagnen kämpfen wir gegen die Fortsetzung kolonialer Strukturen und gegen rassistische Einstellungen, gegen Abschiebungen und die rassistischen Spezialgesetze wie die Residenzpflicht, gegen Isolationslager, Polizeibrutalität und Deutschlands Zusammenarbeit mit den Regimen, aus denen wir geflohen sind. Wir haben nie aufgehört, die Verstärkung der Mauer um Europa zu kritisieren, die jährlich Tausende Leben kostet. Wir haben nie die Menschen vergessen, die wir in unseren Heimatländern zurückgelassen haben, das Elend, in dem sie leben müssen, und die Wurzeln dieses Elends.
Im Lauf dieser zehn Jahre haben wir mehrere FreundInnen und GenossInnen verloren. Manche unserer Schwestern wurden vor ihrer Abschiebung im Polizeigewahrsam vergewaltigt (wobei auch noch zahllose Fotos von diesen widerlichen Handlungen gemacht wurden), andere wurden bei ihrer Abschiebung erstickt, und manche wurden von der Polizei erschossen oder verbrannten unter mysteriösen Umständen im Polizeigewahrsam.
Andere FreundInnen konnten ihr Recht verteidigen, hier zu bleiben. Mit viel Unterstützung konnten sie gegen die Behörden kämpfen und gewinnen. Aber in vielen Fällen wurde das nur durch lang anhaltende Entschlossenheit und harte Kämpfe möglich. Im Lauf dieser Kämpfe konnten wir viele neue FreundInnen und UnterstützerInnen finden und mehr Flüchtlinge zum Engagement ermutigen. Aber gleichzeitig erlebten wir auch oft Repression als Reaktion auf unsere Kämpfe. Strafen, Sanktionen und Abschiebungen sind wohlbekannte Maßnahmen der Behörden gegen Flüchtlinge, die sich der Situation widersetzen, in der sie leben müssen. Unsere Entschlossenheit, uns zu verteidigen und ungebeugt für die Prinzipien unseres Kampfes einzustehen, stellt zusammen mit der ehrlichen Solidarität, die uns entgegenkommt, sicher, dass wir alle staatliche Repression des Staates überdauern und überwinden und unseren Kampf für Gerechtigkeit und Respekt für unsere menschliche Würde fortsetzen.
Wogegen wir kämpfen
Seit dem Erlass des Asylbewerberleistungsgesetzes 1982 bestreitet und umgeht der deutsche Staat absichtlich und systematisch die Vorschriften der Allgemeinen Menschenrechtserklärung, die er selbst unterzeichnet und ratifiziert hat. Mit strengeren Einschränkungen des Asylrechtes und der Verschärfung der so genannten Anti-Terror-Gesetze schaffte der deutsche Staat das Asylrecht praktisch ab, als er noch mehr unter kapitalistische Vorherrschaft geriet. Gerade die Gründe, aus denen noch vor ein paar Jahren Asyl gewährt wurde, sind heute die, aus denen schon gewährtes Asyl widerrufen wird.
Gleichzeitig hat der Staat die legale Basis für seine weltweiten militärischen Aktivitäten geschaffen. Als Deutschland 1999 Jugoslawien bombardierte und damit wieder einen Angriffskrieg führte, war das Projekt Festung Europa schon weit fortgeschritten. Der deutsche Staat spielte und spielt eine führende Rolle in der europaweiten Zunahme der Verstöße gegen Menschenrechte, die gegen Flüchtlinge begangen werden. Und er ist die Hauptantriebskraft bei der Stärkung der Grenzen Europas durch intensive Militarisierung - nachdem er vor 15 Jahren das Asylrecht faktisch abgeschafft hat und im Widerspruch zur Genfer Konvention, die von den Einzelstaaten angenommen wurde.
Deutschland spielt die Hauptrolle in Europa beim Export des Systems von Abschiebegefängnissen, Isolationslagern und Militarisierung - nicht nur in andere westeuropäische Länder, sondern auch in die nordafrikanischen und osteuropäischen Nachbarländer. Der deutsche Staat drillt die Polizei in diesen Ländern, in vielen anderen afrikanischen Staaten und in Ländern in Asien darauf, die Menschen zu kontrollieren und Graswurzelbewegungen, die nach Selbstbestimmung streben, zu beseitigen. Die deutsche Bürokratie organisiert europaweit Abschiebungen und fordert die neuen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union auf, die äußeren Grenzen Europas zu sichern. Der Zweck dieser Grenzen ist nur, den Reichtum sicherzustellen und zu verteidigen, den der Westen den Menschen der Welt im Lauf der letzten 500 Jahre gestohlen hat.
Da wir aus Ländern kommen, die massenweise Zerstörung und Ausbeutung als Folgen des westlichen Imperialismus und der perversen Zusammenarbeit zwischen brutalen Diktatoren und Westmächten erlebt haben, haben viele von uns persönlich entsetzliche Erfahrungen gemacht. Als wir in Deutschland ankamen, erkannten wir, dass wir nicht nur nicht in Sicherheit waren, wir erkannten, dass wir vor dem gleichen System standen, das wir schon kannten: einem blutsaugenden Monster, das unsere Länder angriff, um unseren natürlichen Reichtum und unsere Ressourcen auszusaugen und uns zu versklaven. Die Karawane drückte ihre Überzeugungen und ihre Ansichten über diese Situationen in ihren zwei wichtigsten Slogans aus: Wir sind hier, weil ihr unsere Länder zerstört und Asylrecht ist Menschenrecht und kein Privileg. Und diese Slogans halten wir für die augenfällige Wahrheit.
Und 10 Jahre später
gehen Widerstand und Solidarität weiter
Von Anfang an waren Selbstorganisation und Solidarität mit Flüchtlingskämpfen der Kern des Karawane-Netzwerks. Ohne die leitende Rolle aktiver Flüchtlinge würde die Karawane, wie wir sie kennen, nicht existieren. Im Lauf der letzten zehn Jahre haben wir eine unbestreitbare Tatsache gelernt: Die Solidarität ist eine unserer stärksten Waffen. Als Ergebnis daraus werden wir weiterhin ehrliche Solidarität willkommen heißen und stärken, wenn sie von Bevormundung und Hintergedanken frei ist.
Deswegen mobilisieren wir für unser zehnjähriges Jubiläum nach Thüringen um FlüchtlingsaktivistInnen und FreundInnen in verschiedenen Lagern zu unterstützen und unsere Solidarität zu zeigen. Unsere Aktivitäten beginnen mit einer Veranstaltung in Weimar, wo sich das Zentrum von Thüringens Abschiebebehörden befindet. Neben Aktivitäten zur Unterstützung von Flüchtlingen dort werden wir die Erfahrungen des Karawane-Netzwerks mit Flüchtlingen, MigrantInnen und allen anderen Interessierten teilen. Wir wollen die Selbstorganisation stärken und ein größeres Unterstützungs- und Solidaritätsnetzwerk aufbauen, um dem unmenschlichen System der Isolation und der Abschiebung entgegenzutreten. Wir wollen unsere politische Position und unsere Perspektiven ausdrücken und über unseren Weg für die nächsten Jahren diskutieren. Das Programm wird im Anschluss beschrieben.
Direkt vor den Aktivitäten im Oktober findet am 14. September 2008 ein Treffen mit dem Namen Wir schließen das Isolationslager Katzhütte statt, das Flüchtlinge zusammen mit dem Flüchtlingsforum THE VOICE organisieren. Ziel der Flüchtlinge ist es, eine stärkere Einheit herzustellen und Lösungen in unserem Kampf um die Abschaffung der Isolationslager zu finden.
PROGRAMM
- 2. Oktober 2008
11:00 Uhr Pressekonferenz
14:00 Uhr Weimar, Goetheplatz
Kundgebung in Solidarität mit den Flüchtlingsprotesten in Thüringen. Demo und Kundgebung gegen die thüringische Anti-Flüchtlings-Politik durch die Regionale Landesverwaltung in Weimar
19:00 Uhr Eröffnungsveranstaltung, Ausstellung, Film, Musik
- 3. Oktober 2008
10:00 Uhr Solidaritätsbesuch zu den Flüchtlingsisolationslager in Katzhütte und Gehlberg und zu den FlüchtlingsaktivistInnen in Apolda in Thüringen
19:30 Uhr Spielfilm aus Nollywood, Nigeria, AsylumMemorial Psychatric Hospital Filmtrailer unter:
- 4. Oktober 2008
10:00 Uhr Brunch und Austausch
12:00 Uhr Seminare zu Selbstorganisation, Kampagnenarbeit, die Rolle Deutschlands im europäischen Krieg gegen Flüchtlinge, über die Parole Wir sind hier, weil ihr unsere Länder zerstört! und anschließende